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Duisburg: Neue Sterne vor den Augen einer echten Ikone

Duisburg : Neue Sterne vor den Augen einer echten Ikone

Die Firma Sachtleben prämierte erneut Verbesserungsvorschläge. Ein Ehrengast war mit dabei.

Fritz Rau plaudert bestens gelaunt mit Vernon S. Sumner. Es geht um das verschwenderische Leben von Sport-Stars. "Bei vielen Spitzensportlern ist am Ende der Karriere nicht mehr viel vom Vermögen übrig", bemerkt der US-Amerikaner Sumner, seines Zeichens Vorsitzender von Sachtleben, in englischer Sprache.

Rau, der in seinem Rollstuhl vor einer Wand mit unzähligen Impressionen aus seiner Jahrzehnte langen Vergangenheit als Konzertveranstalter sitzt, entgegnet im besten Englisch schmunzelnd: "Das kann mir nicht passieren. Meine Frau wacht über unser Geld." Lautes Gelächter. Obwohl Rau eine Ikone des Musik-Business' ist, war er im Foyer der Sachtleben-Hauptverwaltung gestern nur ein Star von vielen. Das Chemieunternehmen nahm seine jährliche Ehrung verdienter Mitarbeiter, sozusagen die hauseigenen Stars, vor und hatte Rau als Ehrengast eingeladen.

Bevor jedoch die Mitarbeiter ob ihrer Verdienste in den Fokus rückten, lauschten die Besucher im prall gefüllten Foyer den Worten des 82-Jährigen, der aus seiner Zeit als Konzertveranstalter berichtete. Rau kennt sie alle. Seinen Anekdoten über Elton John, Eric Clapton und Bob Dylan folgten Auszüge aus seiner Zusammenarbeit mit den Rolling Stones. "Ich habe sie mehrere Jahrzehnte begleitet, daraus ist eine lebenslange Freundschaft hervorgegangen", sagte das Unikat. Bis heute gratulieren ihm die Stones zum Geburtstag. Raus Erzählungen über seine Zeit mit einzelnen Künstlern wurden von Dr. Jürgen Schwab musikalisch untermauert. Im Hinblick auf Mick Jagger und Co. hieß das "(I can't get no) Satisfaction".

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Während Schwab rockt, fühlt Rau die Musik. Er wippt in seinem Rollstuhl und ballt die Faust gen Himmel. Der Rock'n'Roll- und Blues-Fan kann nicht anders. Als würde er noch immer hinter der Bühne in den ausverkauften Stadien und Hallen Europas stehen. Bei Bruce Springsteens Welthit "Streets of Philadelphia" geht der Jurist vermehrt in sich. Er schließt die Augen, sein Kopf nickt im Takt. Zwischendurch sucht und findet sein Blick den seiner Frau. Er lächelt sie liebevoll an.

Der exzentrische Jimi Hendrix war einer von Raus Lieblingen. "Ein eigenwilliger bunter Vogel", wie er ihn nennt. Der 82-Jährige hatte Hendrix mal in eine schwäbische Wirtschaft eingeladen, um ihm sein Lieblingsessen (Linsen, Spätzle, Saitenwürste) zu präsentieren. Dem Rockstar bekam die Spezialität jedoch nicht besonders. Doch er sagte nichts — aus Rücksicht auf Raus Gefühle. Der zu frühe Tod des Musikers habe ihn "sehr berührt".

Nach Raus Zeitreise werden mit Paul Herke und Claus Erdt zwei weitere Sachtlebener in die Reihe verdienter Mitarbeiter aufgenommen. Das Unternehmen schenkte den Beiden neben einer stattlichen Prämie in Anlehnung an den "Walk of Fame" in Hollywood einen Stern für ihre Leistungen. Ein jeder, der die Hauptverwaltung betritt, wird in Zukunft die Namen Herke und Erdt auf den Pflastersteinen lesen.

Messwartenfahrer Herke gewann in der Kategorie "Wirtschaftlichster Vorschlag". Durch seine Idee des Rohstoff-Recyclings sparte Sachtleben knapp 130 000 Euro. Seine Prämie fiel mit 25 000 Euro entsprechend hoch aus. Erdt reichte den innovativsten Vorschlag ein. Sein Vorschlag, den Querschnitt einer Düsenöffnung bei der Herstellung von Blanc-Fixe-Produkten zu verkleinern, bescherte den Unternehmen eine Einsparung von fast 9000 Euro und ihm eine Prämie von 1800 Euro.

Axel Markens, Sachtleben-Pressesprecher und Organisator der Aktion, betonte, mit dem Stern "die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern zum Ausdruck zu bringen" und deren Leistungen zu würdigen. Markens freute sich zudem, Fritz Rau als Ehrengast gewonnen zu haben. "Die Ehrung der wahren Stars ist ein schönes Stück unserer sozialen Marktwirtschaft", lobte Rau Unternehmen und Geehrte. Die Daumen-hoch-Geste unterstrich seine Anerkennung.

(RP/rl)