Duisburg: Neue Kletter-Attraktion in alten Hallen

Duisburg : Neue Kletter-Attraktion in alten Hallen

Der Deutsche Alpenverein, Sektion Duisburg, will künftig das Klettern unterm Dach möglich machen, nachdem schon seit Jahren sein Klettergarten im Landschaftspark von den Kraxlern sehr rege genutzt werden.

Die Pläne sind ehrgeizig: In zwei nicht genutzten Hallen soll eine Kletterlandschaft entstehen, die der Duisburger Alpenverein weitgehend aus eigenen Mitteln finanziert. Voraussetzung dafür ist, dass die beiden Räume vom Landschaftspark-Nord instand gesetzt werden. Erst dann könnten an den Wänden 700 Quadratmeter Kletterfläche "modelliert" werden.

Ernst Riegel, Vorsitzender des Deutschen Alpenvereins, Sektion Dusiburg, hat die Mitglieder unter anderem über den "Bergfreund", die Mitgliedszeitschrift, ausführlich über die Idee und die Planungen informiert. Bei einer Probeabstimmung gab es bereits eine deutliches Ja zu diesen Überlegungen, deren Realisierung die rund 5500 Mitglieder mitfinanzieren müssten. Es ist zum Beispiel geplant, den Mitgliedsbeitrag um fünf Euro zu erhöhen und eine Einmalumlage in Höhe eines halben Jahresbeitrags einzuziehen. Daneben hofft der Verein auf steigende Einnahmen durch mehr Besucher als heute und zielt darauf, mit dem attraktiveren Angebot auch die Mitgliederzahl erhöhen zu können. Gestemmt werden muss immerhin ein Investitionsbetrag von geschätzten 300 000 Euro. Dazu kommen die laufenden Kosten, die Duisburgs zweitgrößter Verein (hinter dem MSV mit rund 6500 Mitgliedern) auf 47 000 Euro kalkuliert. "Wir könnten dann künftig das Klettern wetterunabhängig anbieten", so Riegel.

Dass die Ausstattung der Hallen professionellen Ansprüchen genügen wird, dafür soll eine Fachfirma bürgen, die den Ausbau vornehmen würden. Riegel stellt sich vor, dass in der Halle Kletterwände mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu finden sein werden. Die Kategorie II beispielsweise "kann eigentlich jeder sportliche Mensch schaffen", meint Riegel. Beim Schwierigkeitsgrad VI hingegen, sollten Laien eher zurücktreten und die Profis vorlassen.

Gedanken gemacht haben sich Riegel und seine Vorstandskollegen auch schon darüber, wie sie den Alltagsbetrieb in der Halle abwickeln könnten. Wenn sich heute Schulklassen zum Klettern anmelden, dann setzte der Verein beispielsweise Honorarkräfte ein, die die nötige Betreuung garantieren. Im normalen Betrieb stehen Mitglieder ehrenamtlich bereit, um aufzupassen und zu helfen. Mit einer vergleichbaren Lösung will der Alpenverein auch in der neuen Halle agieren.

Ralf Winkels, Chef des Landschaftspark-Nord, ist von den Planungen sehr angetan: "Das wäre wie ein Sahnehäubchen", sagt er. Schon die Nutzung des Klettergartens habe alle Erwartungen übertroffen. Mit einer wetterunabhängigen Kletterhalle ließen sich sicherlich noch viel mehr Besucher aus Duisburg und der Umgebung anlocken. "Es gibt allerdings noch Hürden, die wir aus dem Weg räumen müssen", sagt er. So ist beispielsweise der Bauantrag noch nicht gestellt. Die Feinarbeiten für die Einreichung laufen. Es stehe noch die Frage im Raum, ob noch irgendwelche Auflagen gemacht werden, "von denen wir jetzt noch nicht einmal etwas ahnen". Und auch die Obere Denkmalbehörde habe noch ein Wort mitzureden. Viel Zeit könne man sich allerdings nicht lassen. "Wenn das Projekt nicht im kommenden Jahr realisiert wird, dann möglichwerweise nie", sagt Winkels. Denn die Finanzierung des einzigartigen Landschaftsparks durch die öffentliche Hand (Stadt, Land, RVR) ist nur bis 2016 gesichert. Für die Zeit danach gibt es bislang allenfalls Lippenbekenntnisse. "Und es wäre unseriös, nur auf Willensbekundungen allein über den Zeitraum 2016 hinaus Projekte jetzt zu planen", sagt der Landschaftspark-Chef.

(RP)
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