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Duisburg: Neue Brücke in Ruhrort rückt näher

Duisburg : Neue Brücke in Ruhrort rückt näher

Es ist der tägliche Wahnsinn: Wer von Ruhrort in die Innenstadt fährt (oder umgekehrt), muss besonders in den Hauptverkehrszeiten beste Nerven haben. Die Baustelle zwischen Tausend-Fenster-Haus und Vinckeweg ist ein Nadelöhr, durch das sich Straßenbahnen und Autofahrer gleichermaßen zwängen müssen. Denn eine wirkliche Alternative für die stark befahrene Ost-West-Achse gibt es für die meisten nicht. Und sie wissen auch: Schon bald wird die Baustelle weiter in Richtung Innenstadt "wandern". Dann wird es eng auf dem Abschnitt zwischen Ruhrorter Kreisel und Vinckeweg.

Mehr als 100 Millionen Euro wird die komplette Brückensanierung am Ende verschlungen haben. Die Stadt hat gerade den Bewilligungsbescheid für die Förderung des zweiten Bauabschnitts bekommen, und zwar für den Teil, der den so genannten IV betrifft, also den Individualverkehr. Auf der anderen Seite gibt es den ÖV, den Öffentlichen Nahverkehr, hinter dem als Geldgeber die Duisburger Verkehrsbetriebe stehen. Stadt wie DVG bekommen allerdings einen hohen Förderanteil für dieses Bauprojekt. Im Fall des IV ist das Land der Geldgeber, beim ÖV der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Er hatte bereits im Mai 2010 einen Zuwendungsbescheid für die Gesamtmaßnahme erteilt und dies an die Bedingung geknüpft, dass die Stadt ihrerseits das Geld zusammenbekommt. Der VRR hat ein hohes Interesse an diesem Umbau, weil er dafür sorgt, dass die Straßenbahn einen eigenen Gleiskörper bekommt und nicht im täglichen Stau immer wieder steckenbleibt. Das führt zu erheblichen Verspätungen im Fahrplan und macht den Öffentlichen Nahverkehr unattraktiv.

Die Stadt wiederum konnte auf den Brückenausbau nicht verzichten. Die Querung ist ein wichtiger Teil der Duisburger Verkehrs-Infrastruktur und ist unter anderem unverzichtbar für den Hafen. Die immer schwerer werdenden Lkw, die das Hafengebiet ansteuern, haben entscheidend dazu beigetragen, dass die Brücke zum Schluss gefährlich beschädigt war. Wäre in den Brückenzug nicht investiert worden, hätte er wohl über kurz oder lang stillgelegt werden müssen.

(hch)