Duisburg: Neue Anlaufstelle für Jugendliche

Duisburg: Neue Anlaufstelle für Jugendliche

Das Diakoniewerk hat den neuen Standort für die Jugendhilfeeinrichtungen You@tel und pro kids feierlich eröffnet. Die Angebote für Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren befinden sich nun unter einem Dach.

Über 500 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche in bester Innenstadtlage hat das Diakoniewerk fortan für die Jugendhilfeeinrichtungen You@tel und pro kids zur Verfügung. Die beiden Angebote, die Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren in vielerlei Hinsicht unterstützen, sind nun an einer Adresse gebündelt. Anlaufstelle Nummer eins für junge Menschen ohne festen Wohnsitz oder mit Problemen in der Familie, in der Schule oder im Freundeskreis ist von nun an der Friedrich-Wilhelm-Straße 13.

You@tel, eine Einrichtung für wohnungslose Jugendliche, und pro Kids, ein Streetwork- und Kontaktcafé, sind bis zum Einzug in das neue Haus an verschiedenen Standorten gewesen. "Ein neuer Standort, um beide Angebote zusammenzulegen, ist schon immer ein großer Wunsch von uns gewesen", berichtet Ruth Stratmann, Geschäftsführerin des Diakoniewerks in Duisburg. "Wir sind auf die Idee gekommen, beide Angebote zusammenzulegen, weil die Zielgruppe nahezu identisch ist", begründet Matthias Beine von der Initiative pro kids.

In den zwei über 100 Jahre alten Gebäuden an der Friedrich-Wilhelm-Straße sind nun neun Einzelzimmer, eine Außenwohnung mit zwei Wohnplätzen sowie ein Appartement entstanden, in denen das You@tel Plätze für wohnungslose Jugendliche anbietet. Zudem befinden sich auf jeder Etage ein Badezimmer und eine gemeinsame Wohnküche. Die Einrichtung ist 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag geöffnet. Zudem öffnet im Erdgeschoss des alten Gebäudes montags bis donnerstags von 14 bis 18 Uhr das Streetwork- und Kontaktcafé pro kids. Jeder Besucher bekommt dort kostenfrei eine warme Mahlzeit, Getränke und bei Bedarf Unterstützung durch das Diakoniewerk. Freitags von 10 bis 14 Uhr wird zudem ein Frühstücks-Brunch angeboten. Die Aufenthaltsräume mit PC-Arbeitsplatz, Telefonanschluss, Waschmaschine, Dusche und Unterhaltungsmöglichkeiten können von den Gästen beider Jugendhilfeeinrichtungen gemeinsam genutzt werden.

"Wir sind froh, mit dem neuen Gebäude den perfekten Standort für unsere Jugendhilfeeinrichtungen gefunden zu haben", sagt Stratmann. "Wir haben über eineinhalb Jahre nach einer geeigneten Immobilie in Duisburg-Mitte gesucht", ergänzt Beine. Jetzt seien alle notwendigen Stellen wie die Agentur für Arbeit und die zentrale Anlauf-, Beratungs- und Vermittlungsstelle fußläufig erreichbar. Auch der Bahnhof und die Innenstadt seien nicht weit entfernt. Vor Ort sind sieben festangestellte Mitarbeiter und einige ehrenamtliche Helfer für die Jugendlichen da.

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Marcel Legeland ist einer von mehreren Jugendlichen, die im You@tel wohnen. Der 17-Jährige lebt dort seit einem Monat aufgrund von Problemen in der Familie. Er schätzt das Leben in der Einrichtung: "Das Haus ist sehr modern, und die Zimmer sind geräumig. Ich lebe gerne hier, weil ich Kontakt zu anderen Jugendlichen habe." Er finde es gut, dass ihn das Diakoniewerk zum Beispiel bei der Berufsorientierung und der Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben unterstütze.

Der Weg zu der renovierten Jugendhilfeeinrichtung war ein steiniger. "Das Gebäude war einige Jahre ungenutzt", schildert die Geschäftsführerin. Im Jahr 2015 sei sie für eine erste Besichtigung in das Haus gekommen und sofort begeistert gewesen.

"Eigentlich wollten wir das Gebäude nur mieten, doch kurz vor der Unterschrift unter den Vertrag ist der Investor abgesprungen", berichtet Stratmann. Innerhalb von zwei Monaten habe sich das Diakoniewerk dann für den Kauf des Gebäudes entschieden.

Anfang Januar hätten die umfangreichen Renovierungsarbeiten begonnen. "Das Haus ist teilweise in einem schlechten Zustand gewesen", berichtet die Geschäftsführerin. So seien beispielsweise knapp 74 Tonnen Bauschutt aus dem Gebäude geholt worden. Anfang April hätte schließlich das Café pro Kids eröffnet, fünf Monate später sei das You@tel gefolgt. Insgesamt habe das Diakoniewerk etwa 680.000 Euro in die Hand genommen. Nur noch im Innenhof und an der Fassade würden jetzt noch kleinere Arbeiten ausstehen.

(jlu)
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