Nahverkehr in Duisburg: Der Süden fühlt sich abgeschnitten

Kritik am Nahverkehrsplan : Der Süden fühlt sich abgeschnitten

Wer in Duisburg-Süd auf den Nahverkehr angewiesen ist, hat es schwerer als in anderen Stadtteilen. Bürgervereine fordern eine bessere Anbindung.

Wird der Duisburger Süden vom Öffentlichen Nahverkehr abgehängt? Es regt sich jedenfalls einiger Protest gegen die neuen Pläne und Routen der Busse und Bahnen. Viele Menschen im Süden fürchten, bald nicht mehr ohne weiteres ihre Einkäufe machen zu können. Im Nachgang des Thekengesprächs mit OB Sören Link zu dem Thema (wir berichteten) haben sich jetzt Vertreter verschiedener Bürgervereine und anderer Institutionen zusammengesetzt und das Problem weiter diskutiert.

,,Wir hoffen, dass man die Pläne noch einmal umwerfen kann”, sagt Heiner Lambertz vom Bürgerverein Ehingen im Gespräch mit der Redaktion. ,,Der Süden ist einfach nicht zufrieden mit den vorgestellten Plänen. Ich denke, diese Botschaft ist auch beim OB während des Thekengesprächs angekommen. Zumindest hatte ich den Eindruck, dass Link uns versteht und auf unserer Seite ist. Das weckt Hoffnungen”, findet er.

,,Die Situation im Süden wäre einfach besonders schlecht, wenn der Plan so in die Tat umgesetzt wird. Wenn man beispielsweise in den Norden der Stadt schaut, dann sieht die Sache nicht so problematisch aus wie im dörflichen Süden. Im Norden ist es kein Thema, eine Bahn oder einen Bus zu kriegen”, findet er.

Lambertz und seine Mitstreiter kritisieren nicht nur die Problematik bezüglich der Erreichbarkeit der Nahversorgung (,,Wir werden abgenabelt”). Auch der Arbeitsweg werde darüber hinaus erschwert. ,,Der jetzige Stand der Planungen gewährleistet nicht die Anbindung von Stadtteilen wie Ehingen, Ungelsheim und Hüttenheim an die großen Arbeitgeber im Süden – Thyssen Krupp und HKM”, moniert Heiner Lambertz.

Überhaupt sei der neue Nahverkehrsplan nicht gut genug durchdacht. ,,Es ist einfach offensichtlich, dass die Haltestellen von Menschen geplant wurden, die sich in den Ortsteilen nicht auskennen und vermutlich auch nicht richtig auf eine Karte geschaut haben”, erbost er sich. Als Beispiel nimmt er die Haltestellen Ehinger Berg und Ehingen-Denkmal. ,,Der Name ist leider nicht Programm. Die Haltestelle Ehinger Berg ist nicht in Ehingen, sondern im Nachbarstadtteil Mündelheim”, stellt er klar. ,,Der Planer hat das scheinbar nicht bemerkt.“ Doch mit dem Wegfall Ehingen-Denkmal hätte Ehingen keine Haltestelle.

Im Februar wollen die Bürgervereine gemeinsam mit anderen Institutionen und Vertretern der Politik noch einmal zu einer offenen Bürgerversammlung laden. ,,Das Interesse ist sehr groß, das Thema geht im Süden fast jeden etwas an, daher wird das Treffen dann nicht wieder in einer Kneipe, sondern in einem großen Pfarrsaal stattfinden”, sagt Lambertz. Zu welchem Zeitpunkt man genau einladen wird, ist noch nicht sicher, vermutlich im Februar.

(debe)
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