Duisburg: Nadeln gegen Heuschnupfen

Duisburg : Nadeln gegen Heuschnupfen

Die Heilpraktikerin Lu Yang aus China behandelt in ihrer Praxis im Ärztehaus am Klinikum Duisburg auch Allergiker. Die reagieren in diesem Frühjahr ganz besonders stark auf die Pollen.

Wedau Das sonnige Frühlingswetter lockt in diesen Tagen längst nicht alle vor die Tür. Die, die in diesem Jahr vom Heuschnupfen ganz besonders geplagt werden, bleiben lieber bei geschlossenen Türen und Fenstern zu Hause. So auch mancher Patient von Lu Yang. Die Heilpraktikerin hat im Ärztehaus am Klinikum Duisburg eine Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und behandelt dort unter anderem auch Heuschnupfengeplagte.

Wenn die Nase läuft, die Augen brennen und die Heuschnupfentabletten nicht so richtig wirken wollen, kommen Patienten zu Lu Yang. "Zurzeit machen die Heuschnupfenerkrankten rund ein Drittel meiner gesamten Patienten aus", sagt sie. Wunder kann Lu Yang zwar auch nicht bewirken, doch nach ein bis zwei Sitzungen, so berichtet sie, ließen die Beschwerden deutlich nach. Um eine Langzeitbesserung zu erzielen sind rund zehn Sitzungen notwendig. In den drei folgenden Jahren muss die Behandlung dann wiederholt werden. "Danach sind die Patienten über mehrere Jahre beschwerdefrei", sagt Lu Yang.

Akupunktur, Schröpfen und Moxe – kleine brennbare Kegel, die auf die Haut gesetzt und angezündet werden – gehören zur Behandlung. Damit soll die körpereigene Immunabwehr gestärkt werden. Außerdem gibt Lu Yang Ernährungsberatung. Denn Ziel der TCM ist es, das Ungleichgewicht (Krankheit) des Menschen wieder ins Gleichgewicht zu bringen, und zwar ganz ohne Nebenwirkungen, wie Lu Yang sagt. Vorausgesetzt: Die Nadeln werden richtig gesetzt. Dies hat Lu Yang in China gelernt. Sie hat vier Jahre TCM an der medizinischen Universität Jiangxi studiert, anschließend drei Jahre westliche Medizin. Neun Jahre lang arbeitete sie dann als Ärztin in einer Krankenhaus-Abteilung, die sowohl nach Methoden der westlichen Schulmedizin wie auch der TCM arbeitete.

In Deutschland jedoch werden diese Abschlüsse nicht anerkannt. Deshalb arbeitet Lu Yang hier als Heilpraktikerin und in dieser Funktion auch eng mit dem Klinikum Duisburg zusammen. Aufgrund ihrer Ausbildung ist sie keinesfalls eine Gegenerin der Schulmedizin. Und wer mit Heuschnupfen zu ihr kommt, muss seine Medikamente nicht absetzen. "Wenn es den Patienten besser geht, reduzieren wir die Dosis", sagt sie.

Warum der Heuschnupfen bei vielen in diesem Jahr besonders stark ausgeprägt ist? "Der Winter war lang und viele sind nur selten nach draußen gegangen. Deshalb ist die Immunabwehr geschwächt. Und dann blühte plötzlich alles auf einmal", sagt Lu Yang.

(RP)