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Duisburg: "Nachttanzdemo" für mehr Kultur in der Stadt

Duisburg : "Nachttanzdemo" für mehr Kultur in der Stadt

Rund 800 Jugendliche versammelten sich am Freitagabend am Hauptbahnhof zu einer sogenannten "Nachttanzdemo" und machten sich mit Trommeln, drei Musikwagen, bunten Kostümen und offensichtlich viel guter Laune im Gepäck auf den Weg durch die Innenstadt in Richtung Hochfeld. Auffällig dabei: Auf die üblichen Banner und Transparente wurde beinahe gänzlich verzichtet. Nur einige wenige Spruchbänder zierten die Seiten der Musikwagen.

Die Jugendlichen brachten ihren Protest gegen Einsparungen im kulturellen Leben der Stadt auf andere Weise zum Ausdruck: durch Singen und Tanzen. Unter lauten Elektro-, Hip-Hop-, R'n'B- und Punkrock-Klängen zog der bunte Zug durch die Straßen.

"Wir richten uns mit unserem Protest gegen städtischen Leerstand und gegen die Beschneidung kultureller Freiräume für Jugendliche", erklärte Henning Schuhmann, Vertreter der Kulturkampagne "DU it yourself" die Hintergründe für die außergewöhnliche Demonstration. "Wir wollen, dass in Duisburg endlich ein Ort geschaffen wird, an dem junge Menschen sich treffen und Kultur nach ihren Vorstellungen erleben können." Außerdem sei ihnen wichtig, dass niemand aufgrund seines Einkommens ausgegrenzt werde. "Auch Kranke, Schüler und Studenten haben ein Anrecht auf Kultur", sagte er. Das Problem dabei sei, so Schuhmann, dass die Verantwortlichen in der städtischen Verwaltung sich der Sache nicht annähmen.

Ort für Kulturzentrum gefunden

Oliver Beertz, einer der Verantwortlichen beim Verein "Mustermensch", der die Demo unterstützte, sagte, dass sogar schon ein geeigneter Raum für ein solches Kulturzentrum gefunden worden sei. "An der Beekstraße in Duisburg steht ein Möbelhaus leer. Wir haben uns mit dem Besitzer schon geeinigt", so Beertz. "Jetzt kommt es nur noch auf die Entscheidungen der städtischen Verwaltung an. Wir wollen, dass die Bearbeitung zügig läuft und nicht so verschleppt wird, wie wir es gewohnt sind. Auch deshalb gehen wir auf die Straße."

Das neue Kulturzentrum soll vollkommen unabhängig von kommunaler Finanzierung sein. Für die Stadt aufgrund der finanziellen Notlage also ein sinnvolles Projekt, so Beertz. Darüber hinaus passe es in den Bebauungsplan, der in der Altstadt Kulturbetriebe vorsehe, betonte er. Zum Programm im neuen Zentrum sollen Konzerte, Lesungen, Theaterstücke und Partys gehören.

(th)