Nachruf : Trauer um Jochen Duckwitz

Der renommierte Künstler starb unerwartet im Alter von 78 Jahren. Mit seiner „Hommage á Steinhof” schuf Duckwitz zuletzt noch einmal eine seiner typischen Arbeiten, die scheinbar einfach aussehen, aber mit poetischem Sinn versehen sind.

Im Alltäglichen fand er das Besondere. Und in einer Beschreibung seiner Zeichnungen heißt es treffend: „Kräftige Farben setzt er so sparsam ein wie ein guter Schriftsteller Ausrufezeichen.” Jochen Duckwitz war ein eher stiller Mensch, der, wie es sein sprechender Name verheißt, hintersinnige künstlerische Pointen setzen konnte. Jetzt müssen wir die traurige Nachricht verbreiten, dass einer der renommiertesten Duisburger Künstler im Alter von 78 Jahren plötzlich und unerwartet am Mittwoch verstorben ist.

Jochen Duckwitz hatte Biologie an der Universität in Bonn studiert und anschließend ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf aufgenommen, die er als ein Meisterschüler von Joseph Beuys verließ. Von Beuys nahm er in seinem eigenständigen künstlerischen Wirken mit, einfache Materialien auf überraschende Weise zu verwenden. Gerne arbeitete Duckwitz dabei mit kleinen Naturobjekten, die er überaus filigran zu meist kleinformatigen Installationen zusammenfügte. Häufig scheinen diese montageartigen Arbeiten Geschichten zu erzählen, wobei die heitere Grundstimmung überwiegt.

Dass Duckwitz studierter Biologe war, merkt man seinen Werken an. Er selber sagte einmal, dass er sich von der Natur und seinen „Produkten” inspirieren lasse. Als Biologielehrer am Mannesmann-Gymnasium in Huckingen war Duckwitz anerkannt und bei seinen Schülern sehr beliebt. Das bestätigt der frühere Direktor des Lehmbruck-Museums, Raimund Stecker, der sich gerne an die biologischen Exkursionen mit Duckwitz und seine originellen naturwissenschaftlichen Experimente erinnert. Obwohl Stecker bei Duckwitz nur Biologie- und keinen Kunstunterricht besuchen konnte, habe ihn der Unterricht bei ihm zur Kunst gebracht, sagte Stecker, der auch später mit Duckwitz in Verbindung stand, jetzt gegenüber der RP. Biologie und Kunst habe Duckwitz vereinigen können, genauso wie Witz und Ernst, so Stecker.

Tief traurig und schockiert über Duckwitz’ unerwarteten Tod ist auch Claudia A. Grundei. Sie hatte Duckwitz zu Beginn der Corona-Zeit dafür gewinnen können, in ihrer Kunstvitrine im Botanischen Garten an der Schweizer Straße in Duissern auszustellen (die RP berichtete). Mit seiner „Hommage á Steinhof” schuf Duckwitz noch einmal eine seiner typischen Arbeiten, die scheinbar einfach aussehen, aber mit poetischem Sinn versehen sind. Er selber beschrieb seine Arbeit folgendermaßen: „Sie sehen das Modell eines Hauses, dessen Proportionen ich von der fränkischen Hofanlage des Steinhofs in Huckingen abgeleitet habe. Bei Restaurierungsarbeiten stellte sich heraus, dass hier wahrscheinlich die ältesten Steine des Duisburger Stadtgebietes verbaut wurden. Um die historische Dimension zu verdeutlichen, habe ich die Oberfläche mit Birkensamen bedeckt. Dies soll die Perioden nach der letzten Eiszeit assoziieren, die nach der Häufigkeit der Pollenfunde bezeichnet wurden. Es ist eine Aufforderung des Verweilens und Nachdenkens über Vergangenheit und Zukunft.”

Die Ausstellung im Botanischen Garten sollte eigentlich in diesen Tagen abgebaut werden. Claudia A. Grundei hat die Schau, die nun zur Gedenkausstellung geworden ist, verlängert. Sie kann – bei freiem Eintritt – tagsüber besichtigt werden.