Einmalige Strecke in Duisburg: "Nachleuchtender Radweg" eröffnet

Einmalige Strecke in Duisburg : "Nachleuchtender Radweg" eröffnet

Im Landschaftspark Nord wurde gestern der bundesweit erste selbstleuchtende Radweg eingeweiht.

Allen, die schon einmal nachts mit dem Rad nach Hause gefahren sind, dürfte es bekannt sein: Das mulmige Gefühl, wenn man sich einem unbeleuchteten Abschnitt nähert. Im Landschaftspark Nord, genauer gesagt auf dem Grünen Pfad, wurde gestern mit dem "Nachleuchtenden Radweg" eine deutschlandweit bisher einmalige Lösung für solche unbeleuchteten Strecken vorgestellt und eröffnet.

Mithilfe einer speziellen, phosphoreszierenden Farbe, die tagsüber UV-Strahlung speichert und bei Dunkelheit ein gelbgrünliches Licht abgibt, sind nun die Fahrbahnmarkierungen auf 2,6 Kilometern des Grünen Pfades auch nachts gut zu erkennen. Ein wenig ähnelt die Funktionsweise den leuchtenden Sternen, die in vielen Kinderzimmern für den eigenen, kleinen Nachthimmel sorgen.

Foto: Lina_Nikelowski

Die Idee für dieses Projekt stammt von fünf Schülern der Gesamtschule Meiderich. Sie hatten an dem Schülerwettbewerb "Förderturm der Ideen" teilgenommen. Der Wettbewerb wurde von der RAG-Stiftung und Evonik ins Leben gerufen und richtete sich an Schüler der Sekundarstufen eins und zwei. Von Anfang 2016 bis Januar 2017 hatten Schulen aus Nordrhein-Westfalen und dem Saarland Zeit, Ideen zu entwickeln, wie sie ihre Stadt lebenswerter machen, oder für eine gute Nachbarschaft sorgen könnten. Aus allen eingereichten Projekten wurden die sieben besten Ideen ausgewählt und mit jeweils 50.000 Euro umgesetzt.

Die Idee für den leuchtenden Radweg kam den fünf Schülern ganz spontan. "Unsere Lehrerin hat uns im Unterricht von dem Wettbewerb erzählt", erzählt Lisa Hübner, aus dem Gewinnerteam "Straßenbelag". "Wir sind im Internet über ein ähnliches Projekt in Polen gestolpert und hatten uns überlegt, dass das doch auch hier bei uns gut funktionieren könnte." Die 18-jährige Abiturientin wollte zusammen mit ihren Mitstreitern Kira Parnitzke, Jonas Brühl, Niklas Hilse und Kevin Peil etwas einzigartiges in Duisburg schaffen.

Damit sie ihre Idee umsetzen konnten, arbeiteten die fünf Schüler in vielen Sitzungen mit der Stadt, dem Regionalverband Ruhr und den Partnern für den Straßenbelag zusammen. Die Unternehmen "Swarco Limburger Lackfabrik" und Evonik stellten die Chemikalien für den Straßenbelag zur Verfügung und kümmerten sich um die Herstellung und Auftragung.

Für Harald Guder, Geschäftsführer bei Swarco, ist es das erste Mal, dass eines seiner Produkte nicht in einem Gebäude eingesetzt wird. "Normalerweise kümmern wir uns um die selbstleuchtenden Markierungen für Rettungswege in Häusern und Hallen," sagt Guder.

Der selbstleuchtende Radweg geht auf eine Idee von Schülern zurück. Foto: Lina Nikolewski

Oberbürgermeister Sören Link ist beeindruckt von den vielen Vorteilen der Idee. "Nicht nur verbraucht der Radweg keinen Strom und schont so die Umwelt, sondern er spendet allen, die nachts noch auf dem Weg unterwegs sind, Licht. Darüber hinaus ist er ein interessanter Punkt auf der Karte für alle Fahrradtouristen, die sich den Landschaftspark anschauen." Den Anlass nutzte Link auch gleich, um einen weiteren Ausbau der Radwege in der Stadt anzukündigen. "Auf 1.200 Kilometer Straße kommen 400 Kilometer ausgeschilderte Radwege. Das ist uns zu wenig und deshalb wird die Stadt auf mehr als der Hälfte der Straßen ausgeschilderte Radwege bauen", kündigte er an.

Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverbands Ruhr wird dies gerne hören. "Der Fahrradtourismus wächst auch hier im Ruhrgebiet", sagte sie. Der leuchtende Radweg ist eine tolle Innovation mit der wir in Zukunft viele Radwege sicher machen könnten."

(RP)