Duisburg: Nachdenkliches Konzert zur Passionszeit

Duisburg: Nachdenkliches Konzert zur Passionszeit

Friemersheim Was haben Johann Sebastian Bach, Heinrich Schütz, Max Reger und Felix Mendelssohn-Bartholdy gemeinsam? Alles sind berühmte Komponisten und haben Passionsmusik geschrieben, darunter auch bekannte Chorwerke, die zum Nachdenken anregen sollen – zum Nachdenken über den Tod. In einem Abendkonzert hat dieses Thema, das seit Urzeiten die Menschen beschäftigt, am Sonntag der Kleine Chor Friemersheim in der katholischen Pfarrkirche St. Joseph musikalisch aufgegriffen.

Unterschiedliche Kapitel

Gerade mit dem Leiden, Sterben und der Auferstehung Jesu Christi wird den Gläubigen Antwort auf neue Hoffnung gegeben. Unter dem Motto "Wo gehen wir denn hin – immer nach Hause" wurde das Konzert in mehrere Kapitel eingeteilt. Zu Beginn stand die Angst im Vordergrund. Es folgten Schmerz, Klage, Abschied, Trost und zum Schluss die Hoffnung.

Der Chor mit seinen 13 Sängerinnen und Sängern unter der Leitung von Udo van der Koelen hatte bereits einen Tag zuvor in Mündelheim gesungen und war gut vorbereitet. Alle Werke wurden a-capella gesungen, sämtliche Texte waren klar und deutlich zu verstehen. Da waren nicht einmal die kleinen Texthefte nötig, die in den Reihen auslagen. Die Akustik in der Kirche war gut.

Chorsätze von Johann Sebastian Bach bildeten einen Schwerpunkt. Es erklangen des Weiteren bekannte Weisen wie "Aus tiefer Not schrei ich zu dir" und "Stern auf den ich schaue", aber auch modernere Bearbeitungen.

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Viele der Lieder waren zwar ausdrucksvoll, jedoch manchmal ein wenig zu kurz geraten. Gerade hatte man sich in die Musik hinein versetzen können, schon endete sie knapp zwei Minuten später. Vielleicht lag es aber daran, dass das Programm voll geschöpft war mit möglichst vielen Darbietungen von unterschiedlichen Komponisten.

Texte von berühmten Dichtern

Zwischen den einzelnen Liedbeiträgen brachten die Chormitglieder Textvorträge von berühmten Dichtern wie Rainer Maria Rilke, Johann Wolfgang von Goethe, Josef von Eichendorff und Hermann Hesse ein. Die Passagen regten zum Nachdenken an. Es stellten sich die Fragen: Was passiert nach dem Tod? Wo gehen die Verstorbenen hin? Wo ist die Seele?

(RP)