Nach gescheiterter Thyssenkrupp-Fusion: Stahlstandort Duisburg nicht gefährdet

Nach der gescheiterten Fusion : „Stahlstandort Duisburg ist nicht gefährdet“

Thyssenkrupp-Gesamtbetriebsratschef Tekin Nasikkol lehnt betriebsbedingte Kündigungen strikt ab.

Wird es nach der geplatzten Fusion von Thyssenkrupp Steel und Tata nun betriebsbedingte Kündigungen geben? Was ist mit dem Stahlstandort Duisburg, vor allem im Duisburger Süden? Das sind die Fragen, die die Beschäftigten in Duisburg derzeit umtreiben. Eine Grundlagenvereinbarung zwischen Konzernvorstand und der IG Metall soll betriebsbedingte Kündigungen nur in Ausnahmefällen zulassen, heißt es.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Thyssenkrupp Steel Europe, Tekin Nasikkol, hatte bereits am Freitag erklärt, das Scheitern des Joint Ventures schocke ihn nicht. „Das geplante Joint Venture war kein Wunschkonzert der Arbeitnehmer. Auf die Sorgen und Ängste der Beschäftigten haben wir mit dem Tarifvertrag Zukunft die richtigen Antworten gefunden. Dazu haben wir eine klare rote Linie gezogen: Deutsche Standorte und Anlagen und somit unsere Arbeitsplätze durften nicht gefährdet werden“, so Nasikkol. Der Betriebsrat fordere nun Sicherheit für die Beschäftigten und eine „Zukunftsstrategie Stahl“. „Eine Diskussion über Restrukturierungen und Personalabbau, ohne dass es eine Zukunftsstrategie für Stahl gibt, werden wir kategorisch und entschieden ablehnen“, so Nasikkol wörtlich.

Am Sonntag meldete sich auch Duisburgs SPD-Chef Ralf Jäger zu Wort: „Die Folgen der gescheiterten Fusionspläne und der Managementfehler aus der Vergangenheit dürfen nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.“ Es dürfe keine betriebsbedingten Kündigungen geben. „Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff hat erst zu Beginn des Jahres gesagt, dass Duisburg zu den profitabelsten Stahlwerken Europas gehöre und deshalb hier noch in 20 Jahren Stahl produziert werde. An diesen Aussagen werden wir ihn messen“, so Jäger.

Duisburgs Wirtschaftsdezernent Andree Haack. Foto: GFW

Duisburgs Wirtschafstdezernent Andree Haack erklärte: „Der internationale Stahlmarkt ist durch subventionierte Produktion in anderen Ländern enorm unter Druck geraten.“ Sein Fazit: „Der angekündigte Stellenabbau hätte vermieden werden können.“ Ralf Meurer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GFW), erinnerte daran, dass die Stahlproduktion in anderen Ländern häufig nicht so hohen Qualitäts-, Umwelt- und Sozialstandards unterliege wie in Deutschland. Gemeinsam mit Haack sei er sich aber einig, dass der Stahlstandort Duisburg nach wie vor aufgrund seiner Lagevorteile und dem hohen technischen Standort nicht gefährdet sei.

(mtm)
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