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Duisburg: Musical: Eine Zeitreise in das Jahr 1940

Duisburg : Musical: Eine Zeitreise in das Jahr 1940

Rechts, links, rechts, links marschieren in Armeekleidung gekleidete Männertruppen durch das Forum in der Innenstadt. Krankenschwestern transportieren Verletzte, Familien mit Kindern in langen karierten Kittelkleidern werden von den Passanten skeptisch belächelt.

Am Samstagnachmittag sorgte der Rheinhauser Musicalverein "Pro You" mit Ausschnitten aus seinem neuen Stück "Das Lazarett" für große Aufmerksamkeit bei den Bummlern im Einkaufszentrum in der Innenstadt.

Das Musical handelt von einer bewegenden Geschichte von drei deutschen Soldaten — abgestürzt, verletzt und gejagt. In einem englischen Feldlazarett finden sie Unterschlupf. "Das Stück ist eine universelle Kriegsgeschichte. Man kann sie in die Zeit des Ersten und des Zweiten Weltkriegs und sogar in die Zeit des Irak-Krieges setzen. Um die düstere Dramatik aufzulockern, findet natürlich auch eine Liebesgeschichte ihren Platz in unserem Musical", so Projektleiter Markus Schilling, der das musikalische Theaterstück geschrieben hat.

Ahnungslose Passanten

Anfangs war von der organisierten Präsentation nichts zu erahnen. Lediglich die umherlaufenden Menschen, die durch ihre befremdliche Bekleidung an die Zeit eines Kriegs erinnerten, zogen den einen oder anderen Blick auf sich.

Große Lautsprecherboxen waren schon platziert, und auch ein Bereich auf der Treppe vor dem Elektrofachhandel Saturn war durch rote Stricke abgetrennt. Nach einem Paukenschlag, der durch die Musikboxen ertönte, gruppierten sich die ersten Passanten vor den Stufen.

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Die Marschmusik riss immer mehr Menschen aus ihrem Einkaufsbummel, und erwartungsvolle Blicke waren in Richtung des abgesperrten Bereichs gerichtet. Fast unauffällig kamen von allen Seiten die Darsteller durch die Menschenmasse geschlüpft und gruppierten sich auf der Treppe wie bei einem Flashmob.

Um 15 Uhr begannen die 40 Darsteller, Lieder aus "Das Lazarett" zu singen. Ihr kurzer Einblick in das Musical spiegelte die spannende, traurige, aber auch von Hoffnung geprägte Stimmung der Jahre um 1940 wider. Die Musikstücke sind voller Emotionen und wecken das Interesse an der Geschichte.

"Wir sind alle keine Profis. Das Ensemble ist ein Musicalprojekt für jedermann. Meine Cousine hat mich auf die Idee gebracht, hier mitzumachen, und es macht mir riesig Spaß", sagte der 13-jährige Jannik Ebert mit einem Strahlen auf dem Gesicht. "Wir bekommen Gesangs-, Tanz- und Schauspielunterricht. Jeder, wie er will."

(kh)