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Duisburg: Museumspläne für das Jubiläumsjahr

Duisburg : Museumspläne für das Jubiläumsjahr

In diesem Jahr wird das Lehmbruck-Museum 50 Jahre alt. Pünktlich zum Jubiläum soll der Lehmbruck-Trakt wiedereröffnet werden. Gestern stellte Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla das Jahresprogramm vor.

Der offizielle Ausstellungsetat für das Lehmbruck-Museum beträgt nur 42 000 Euro. Damit allein könnte die neue Museumsdirektorin Dr. Söke Dinkla und ihr Team wenig bieten. Nur mit Hilfe von privaten Sponsoren, Bundes- und Landeshilfen u.a. kann noch ein attraktives Ausstellungsprogramm realisiert werden.

Gestern stellte Söke Dinkla das künstlerische Programm des Museums für dieses Jahr vor. Unterstützt wurde sie dabei von Kulturdezernent Thomas Krützberg, der sagte, dass das Museum jetzt wieder in sicheren Bahnen gefahren werde. Man müsse bei den Plänen realistisch bleiben und das Machbare im Auge behalten. Realistisch sei beispielsweise eine jährliche Besucherzahl von 28 000 bis 29 000. So viele Menschen kommen in einem Durchschnittsjahr ins Museum. Dennoch habe man den Ehrgeiz, das Lehmbruck-Museum als Zentrum der Skulptur europäisch zu verankern.

Höhepunkt des Jahresprogramms ist die Ausstellung, mit der an die Eröffnung des Lehmbruck-Museums vor 50 Jahren erinnert werden soll. "Sculpture 21st. Jubiläumsausstellung 50 Jahre Lehmbruck-Museum" ist der englisch-deutsche Titel der Schau, die vom 14. Juni bis zum 18. Januar 2015 gezeigt wird. Pünktlich zum Jubiläum findet die Neueröffnung des — nach monatelangen Arbeiten dann sanierten — Lehmbruck-Trakts statt. Dort wird die Rekonstruktion der ersten Ausstellung der Werke Wilhelm Lehmbrucks zu sehen sein; so, wie sie das Publikum 1964 zur Eröffnung des Museums erlebte. Die Glashalle des Museums wird für die Jubiläumsausstellung neu eingerichtet. Hier sollen die wichtigsten Skulpturen aus der Museumssammlung mit Werken ausgewählter zeitgenössischer Künstler im Vergleich oder im Gegensatz zueinander präsentiert werden. Die spezifische Architektur des Museums und die Inszenierungsmöglichkeiten von Kunstwerken sollen bei der Konzeption der Ausstellung eine wichtige Rolle spielen.

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Bereits angelaufen ist die Gemäldeaktion "deckkraft open", bei der 20 ausgewählte Laienkünstler die Straßengalerie des Museums gestalten. Am 13. Februar soll das monumentale Gemälde in seiner Endform präsentiert werden.

Mischa Kuball (Jahrgang 1959), in Düsseldorf geborener Künstler, heute Professor für Medienkunst in Köln, zeigt vom 22. Februar bis 11. Mai sein soziales Kunstprojekt "New Pott — Neue Heimat im Revier", das im Kulturhauptstadtjahr realisiert wurde. Im Mittelpunkt stehen dabei 100 Familien aus 100 Nationen, die auf eigentümliche Weise porträtiert werden.

"Geld oder Leben" heißt das Motto der Duisburger Akzente. "Hans im Glück — Kunst und Kapital" heißt die Ausstellung, die das Lehmbruck-Museum zu den Kulturwochen beisteuert. Gezeigt werden Werke von Künstlern der Fluxusbewegung der 60er Jahre bis in die Gegenwart, die sich auf unterschiedliche Weise mit Währungen und Werten auseinandersetzen.

Der Erste Weltkrieg tobte noch nicht lange, da wurden die Künstler zu einem Kriegerdenkmal-Wettbewerb aufgerufen. Auch Wilhelm Lehmbruck beteiligte sich daran. Aber anstelle des erwarteten Heroen stellte er 1915 seinen "Gestürzten" vor, eine Skulptur, die heute zu den bedeutendsten der Welt gehört. Natürlich gewann Lehmbruck den Wettbewerb nicht. Das Lehmbruck-Museum zeigt vom 11. September bis 7. Dezember die Ausstellung "Zeichen gegen den Krieg. Antikriegsplastik von Lehmbruck bis heute". Lehmbrucks "Gestürzter" ist Ankerpunkt der Schau, in der Söke Dinkla viele Werke von Gegenwartskünstlern zeigen möchte.

Zum Jahresabschluss werden Werke von Antonius Höckelmann präsentiert. Zum einen aus der umfangreichen Schenkung, die 2012 das Lehmbruck-Museum bekam (in der Amtszeit von Raimund Stecker), zum anderen ergänzt durch Höckelmanns Bild "Pergamon", das der Künstler unter den Augen des Publikums in der Düsseldorfer Galerie Zimmer gemalt hatte und das später auf der Documenta 1982 gezeigt wurde.

Weitere Informationen unter www.lehmbruckmuseum.de

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(RP)