Murrack bei der Frühjahrsversammlung der Kreishandwerkerschaft Duisburg

Kreishandwerkerschaft : Digitalisierung im Fokus beim Frühjahrstreffen

Gute Tradition ist, dass zur Frühjahrsversammlung der Kreishandwerkerschaft Gastreferenten eingeladen werden, die zu aktuellen kommunalen, wirtschaftlichen und politischen Themen Stellung nehmen. Kreishandwerksmeister Lothar Hellmann hatte zu diesem Zweck diesmal Duisburgs Stadtdirektor Martin Murrack an den Innenhafen eingeladen.

Murrack gehört noch nicht allzu lange zur städtischen Dezernentenriege. Er wechselte im April 2018 nach Duisburg und wurde Dezernent für Personal, Organisation und Digitalisierung. Nach dem Ausscheiden der Stadtkämmerin Dörte Diemert übernahm er die frei gewordene Stelle des Stadtkämmerers und bekleidet somit auch das Amt des Stadtdirektors. Für den Bereich „Digitalisierung“ ist der 42-Jährige nach wie vor zuständig.

Auf den einleitenden Einwurf Hellmanns, dass die Netzanbindung für etliche Unternehmen derzeit unakzeptabel sei, ging Murrack auch direkt ein. Er erinnerte daran, dass man sich bundesweit im Jahr 1983 dazu entschlossen habe, Kupferkabel für die Vernetzung einzusetzen: „Das war eine falsche Entscheidung, die Milliarden gekostet und uns zurückgeworfen hat.“

Nun gelte es, in Sachen Glasfaser-Breitbandversorgung aufzuholen. Murrack versicherte, dass es spätestens Ende 2021 keinen „weißen Fleck“ mehr in der Netz-Landschaft geben wird und in Duisburg sämtliche Gewerbebetriebe, Schulen und Wohngebiete dann nach modernsten Gesichtspunkten digital angebunden sein werden. Diese flächendeckende Breitbandversorgung ist nicht nur für die heimische Wirtschaft immens wichtig, auch das vor zwei Jahren beschlossene Projekt „Smart-City“, das die digitale Entwicklung Duisburgs in vielerlei Hinsicht forcieren soll, ist dabei von großer Bedeutung.

Murrack nannte Beispiele, wie „smart“ eine Digitalisierung die Stadt machen kann: „Man kann Verkehrsflüsse intelligenter steuern, Ampelschaltungen flexibler anpassen sowie öffentliche Verkehrssystem optimieren.“ Aber auch das leidige Thema „Zustand der Straßen“ sei so besser in den Griff zu bekommen. Der Stadtdirektor erwähnte erste Versuche der Wirtschaftsbetriebe, die eigenen Fahrzeuge entsprechend auszustatten und während der Fahrt auf digitalem Weg den Zustand der Straßen zu untersuchen, um frühzeitig Schäden zu erkennen. Das könne künftig auch mit Hilfe von Drohnen geschehen. Ebenso werde man im Bereich E- Government für Bürger und Wirtschaft den Zugang zu den städtischen Behörden einfacher gestalten und so Behördengänge und Wartezeiten weitgehend überflüssig machen. Und auch die Kooperation mit dem chinesischen Huawei-Konzern sieht Murrack gelassen: „Huawei liefert für unser System ausschließlich Hardware-Komponenten, wir überwachen ständig den Zugang zu unserem Netz, sind da gut aufgestellt.“

In Duisburg gibt es rund 3900 Handwerksbetriebe mit 21.600 Beschäftigten und 1350 Auszubildenden.

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