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Duisburg: Müssen Wachen schließen?

Duisburg : Müssen Wachen schließen?

Weert Albers, Personalratsvorsitzender der Polizei in Duisburg, stellt fest, dass die Kripo personell verstärkt werden muss – durch Kollegen der Schutzpolizei. Polizeisprecher Ramon van der Maat: "Entschieden ist noch nichts".

Weert Albers, Personalratsvorsitzender der Polizei in Duisburg, stellt fest, dass die Kripo personell verstärkt werden muss — durch Kollegen der Schutzpolizei. Polizeisprecher Ramon van der Maat: "Entschieden ist noch nichts".

Müssen Polizeiwachen beispielsweise in Homberg oder Buchholz schließen, damit das Personal bei der Kriminalpolizei wegen der Zunahme von Straftaten aufgestockt werden kann? Harte Geschütze fährt Weert Albers, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei und Personalratsvorsitzender in Duisburg, auf. In den vergangenen Jahren konnte seiner Meinung nach der Schaden durch zahlreiche Strukturveränderungen "noch begrenzt werden", jetzt aber scheine das Ende erreicht. Wegen steigender Kriminalität sehe sich der Polizeipräsident in Duisburg gezwungen, die Kriminalpolizei personell zu verstärken. Das sei, so Albers, "nur mit dem vorhandenen Personal durchführbar und geht zu Lasten der Schutzpolizei, die zum Beispiel für den Betrieb der Wachen zuständig ist".

Schwerpunkte setzen

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"Eine der neun Wachen in Duisburg zu schließen, ist wirklich das letzte Mittel", sagte Polizeisprecher Ramon van der Maat gestern auf Anfrage der Rheinischen Post. Tatsächlich fehlten Kripobeamte, die aus anderen Bereichen abgezogen werden müssten. Derzeit werde überlegt, aus anderen Direktionen wie beispielsweise Verkehr und Gefahrenabwehr Beamte abzuziehen, um sie dem kriminalpolizeilichen Dienst zuzuordnen. Wie viele zusätzliche Kriminalbeamte erforderlich seien, sagte van der Maat nicht, man sei noch "im Prozess der Überlegung".

"Wir müssen Schwerpunkte setzen", führte van der Maat gestern unmittelbar nach einem Gespräch mit Polizeipräsident Rolf Cebin weiter aus. Entschieden sei noch nichts, Varianten würden diskutiert. Die Zahl der Beamten, die zur Kripo wechseln sollen, stehe noch nicht fest.

Polizeipräsident Cebin gehe jetzt erst einmal 14 Tage in Urlaub, anschließend sei der Blick auf den 1. September gerichtet, dem Versetzungsdatum bei der Polizei eines jeden Jahres. Es sei durchaus möglich, dass die Duisburger Polizei zu diesem Datum "15 oder 16 Beamte mehr bekommt als gehen werden, damit könnte wenigstens ein Teil der Unterdeckung bei der Kripo behoben werden", so van der Maar weiter. Bei einer Beschäftigungszahl von 1600 im Bereich des Polizeipräsidiums Duisburg fehlten insgesamt etwa 40 Kräfte, man liege also geringfügig unter dem Personalschlüssel.

Entspannung erst ab 2011

Ab 2011 wird sich die Lage entspannen, ist Ramon van der Maat ganz sicher. Stellte das Land in früheren Jahren stets um die 500 neue Polizeibeamte pro Jahr ein, so kletterten die Zahlen in den vergangen zwei Jahren auf jeweils 1100. Die Berufsneulinge müssen aber noch durch die Ausbildung, werden also erst ab 2011 eingesetzt werden können.

Zwar braucht die Kripo wegen der Zunahme der Straftaten "und der Überalterung der Kollegen dringend mehr jüngeres Personal". Doch laut Albers "sieht die Situation bei der Schutzpolizei auch nicht besser aus". Im Gegensatz zur momentanen Wirtschaftsflaute nehme hier die Arbeit immer mehr zu.

(RP)