Duisburg: Müll und Fällungen ärgern Anwohner

Duisburg : Müll und Fällungen ärgern Anwohner

Wilde Müllkippen gibt es in Duisburg mehr als in vergleichbaren Städten. Für die Wirtschaftsbetriebe ist deren Beseitigung zu einer Art Sisyphusarbeit geworden. Kein Wunder, dass es sich beim Bürgermonitor oft um Müll dreht.

Wilde Müllkippen sind ein großes Problem in Duisburg. Im vergangenen Jahr haben die Wirtschaftsbetriebe (WBD) im kompletten Stadtgebiet 6500 dieser Müllberge verzeichnet. Das entspricht einer Abfallmenge von mehr als 650 Tonnen. Im Vergleich zu Städten mit ähnlich hoher Einwohnerzahl ist Duisburg dabei trauriger Spitzenreiter.

Gerhard Ufermann hat sich an den Bürgermonitor der Rheinischen Post gewendet und dabei seinem Ärger über einen Müllberg Luft gemacht. Am Bruchweg in Rheinhausen, einem Landschaftsschutzgebiet, würde Bauschutt und Laminat liegen. Ufermann hat es für möglich gehalten, dass ein Bauer, der die angrenzenden Felder bewirtschaftet, die Wege unpassierbar gemacht und sich nicht um die notwendige Beseitigung des Mülls gekümmert hat beziehungsweise dass die angeforderte Beseitigung durch die Wirtschaftsbetriebe nicht erfolgt ist. Er habe sich bereits Ende November mit den Wirtschaftsbetrieben in Verbindung gesetzt und den Vorfall gemeldet, sagte er der RP. Er könne sich nicht erklären, warum die Müllkippe auch mehr als drei Monate später noch nicht beseitigt wurde. "Ich laufe täglich weiterhin am Müllhaufen vorbei", berichtete er. Ufermann hat mehr und mehr den Eindruck gewonnen, dass die Stadt aufgegeben hat und nichts gegen solche Müllberge unternimmt: "Mich ärgert es sehr, dass nichts passiert und viele Sachen nicht mehr in Schuss gehalten werden, obwohl ich als Steuerzahler meinen Beitrag dazu leiste."

Nachdem die Wirtschaftsbetriebe durch unsere Redaktion informiert worden sind, nahmen sie sich unverzüglich des Problems an. "An mehreren Stellen sind zehn Quadratmeter Laminat und zwei Kubikmeter Bauschutt mitgenommen worden", sagt Silke Kersken von den Wirtschaftbetrieben. Sie könne sich nicht erklären, warum der Unrat nicht früher schon beseitigt worden ist: "Die Meldung lag vor und die Wirtschaftsbetriebe sind an dieser Stelle auch zuständig, da es sich um öffentliches Gebiet handelt", erklärt sie. Auch an anderen Stellen der Stadt, wie beispielsweise am Toeppersee, hat Ufermann beobachtet, wie wilde Müllkippen immer weiter wuchsen: "Nach mehreren Wochen lagen immer mehr Müllsäcke auf einem Haufen." Ufermann plädiert dafür, dass wie in Dortmund eine "Müllstreife" durch die Stadt fährt und den Unrat einsammelt, bevor wilde Müllkippen entstehen.

Am Toeppersee gibt es nicht nur ein Problem mit wilden Müllkippen. Brigitta Nass hat beobachtet, dass auf der Rheinhauser Seite des Sees am früheren Bahndamm seit einiger Zeit und in großem Umfang Bäume - vornehmlich alte und große Exemplare - abgeholzt werden. "Es sieht so aus, als sollte dort etwas Anderes entstehen. Wir als Bürger fragen uns, was die Stadt dort vorhat", so Nass. Kersken berichtet, dass dort lediglich Förster ihrer Arbeit nachgegangen sind: "Es wurden Bäume abgeholzt, um neu aufzuforsten." Wie bereits vergangene Woche berichtet, hatte die Stadt veranlasst, dass der Bereich des alten Güterbahnhofs zwischen Toeppersee und Jägerstraße südlich der Beekstraße entwickelt und naturnah umgestaltet werden soll. Unter anderem seien zwei neue Hundeauslaufbereiche vorgesehen. Dafür mussten zunächst die alten Bäume weichen.

(jlu)