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Duisburg: MSV: Rettung in fast letzter Minute

Duisburg : MSV: Rettung in fast letzter Minute

Der MSV Duisburg hat im Lizenzierungsverfahren fristgerecht die Nachweise zur Erfüllung der Bedingungen bei der Deutschen Fußball-Liga eingereicht. Frisches Geld gibt es von Rechte-Vermarkter Sportfive und Walter Hellmich.

Es wurde bis zuletzt gezittert und verhandelt. Um 15.20 Uhr konnte dann gestern Roland Kentsch, der Geschäftsführer des finanziell angeschlagenen MSV Duisburg, schließlich die Unterlagen per E-Mail nach Frankfurt übermitteln. In fast letzter Minute hat es der Fußball-Zweitligist noch einmal geschafft, die Bedingungen der Deutschen Fußball-Liga zu erfüllen und die selbst erklärte Finanzlücke von rund drei Millionen Euro zu schließen.

Damit scheint der MSV binnen weniger Monate erneut knapp der Insolvenz entgangen zu sein. "Wir gehen davon aus, mit den Unterlagen die Bedingungen erfüllt zu haben und damit die Lizenz für die Bundesliga-Saison 2013/14 zu erhalten", sagte Kentsch. Die Rettung wird möglich, weil der Klub eine langfristige Kooperation mit dem Sportrechtevermarkter Sportfive einging, über deren Laufzeit Kentsch keine weiteren Angaben machte. Mit dem Erlös daraus sowie der neuerlichen Hilfe von Ex-MSV-Chef Walter Hellmich, zugleich größter Stadioneigner, soll die Finanzlücke geschlossen worden sein.

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Bis zuletzt stand die Rettung allerdings auf der Kippe. Noch am Morgen soll Sportfive sein Angebot zurückgezogen und erneut Schauinsland als Geldgeber bereitgestanden haben. Im Laufe des Tages dann die erneute Kehrtwende. Kentsch ließ in diesem Zusammenhang allerdings wissen, dass dies ein "Kraftakt war, den man in dieser Form mit einem positiven Ende wohl nicht noch einmal stemmen kann".

OB Sören Link mahnte gestern weitere Konsolidierungsbemühungen an: "Ein weiteres Jahr in der 2. Liga ist nicht nur für den Verein, sondern auch für die Stadt Duisburg wichtig." Gleichzeitig müsse sich der MSV aber auch auf die nachhaltige wirtschaftliche Sanierung des Vereins konzentrieren. "Der erste Schritt war offenbar schwer, aber letztlich erfolgreich. Darüber freue ich mich als Oberbürgermeister und als MSV-Fan. Aber der nächste Schritt muss jetzt unverzüglich folgen."

Ähnlich äußerte sich Rainer Enzweiler, stellvertretender Vorsitzender des Sportausschusses und CDU-Fraktionschef im Rat. "Es muss endlich eine grundlegende Lösung her. Dazu muss vor allem die Stadionmiete dauerhaft zu erwirtschaften sein. Für eine nachhaltige Rettung sei es unabdingbar, dass die Gläubiger einem Vorausverzicht zustimmten. Der Duisburger SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Bischoff verwies darauf, dass das Land durchaus bereit sei, bei einer langfristigen Lösung mitzuhelfen. Bei der Bürgschaft der NRW-Bank könne der Wirtschaftsminister dem MSV entgegenkommen. "Das geht aber nur, wenn ein schlüssiges Konzept vorgelegt wird und nicht wie in der Vergangenheit Sponsoren gegeneinander ausgespielt werden."

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(RP/rl)