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Duisburg: MSV: Randale nach der Schocknachricht

Duisburg : MSV: Randale nach der Schocknachricht

Der Lizenzierungsausschuss der Deutschen Fußball Liga hat am Mittwoch am frühen Abend überraschend erklärt, dass die Zebras nicht den Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit für die kommende Saison erbracht haben. Der MSV will nun abwarten, bis die schriftliche Entscheidung vorliegt, was voraussichtlich Anfang kommender Woche der Fall sein wird. Er ist weiterhin der festen Überzeugung, die Bedingungen und Auflagen erfüllt zu haben, gab er am Mittwoch in einer kurzen Erklärung bekannt. Der Verein kann innerhalb einer Woche nach Zustellung der schriftlichen Entscheidung das ständige Schiedsgericht anrufen. Die Nicht-Erteilung der Lizenz hat zur Folge, dass die Spielvereinigung Sandhausen, 17. Tabellenplatz, in der zweiten Liga bleibt.

Die Nachricht verbreitete sich am Abend wie ein Lauffeuer. Hunderte von Fans zog es zur Arena. MSV-Anhänger stürmten das Stadion, setzten Fahnen in Brand und zerschlugen Scheiben. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an und vertrieb die Randalierer aus der Arena. Die Polizei setzte Diensthunde ein. Augenzeugen berichteten, sie habe auch Tränengas eingesetzt. Mehrere Randalierer wurden festgenommen.

Wie aus Vereinskreisen zu hören ist, fehlten zum Schluss angeblich 300 000 Euro. Diese Lücke soll zunächst wegen eines Rechenfehlers nicht entdeckt bzw. ein Betrag in dieser Höhe unterschiedlich bewertet worden sein. Bis zuletzt hatten dem MSV vor der Einreichung der Lizenzunterlagen rund drei Millionen Euro gefehlt.

Eines der größten Probleme war die Stadionmiete, die mit rund vier Millionen Euro jährlich zu Buche schlug. Letztlich sollte die Rettung durch die Übernahme der Vermarktung durch die Agentur Sportfive, eine Reduzierung der Stadionmiete, der Hilfe von Walter Hellmich und einer Stundung von Stadtwerke-Forderungen in Höhe von 700 000 Euro erreicht werden.

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Oberbürgermeister Sören Link ereilte die Nachricht von der nicht erteilten Lizenz bei einem Termin im Stadttheater. Link hat die Hoffnung, dass die Lizenz doch noch erteilt werden kann. Andernfalls sei das für den Verein und für die Stadt eine Katastrophe. Zu den treuen MSV-Fans gehört sein Parteikollege Rainer Bischoff. Der Landtagsabgeordnete war regelrecht schockiert. Auch er verbindet mit einem möglichen Zwangsabstieg des MSV großen Schaden für den Verein und für Duisburg.

(hch/mtm/boett)