MSV Duisburg: Teurer Dachschaden für den Zweitligisten

Reparatur kostet zehn Millionen : Teurer Dachschaden für den MSV Duisburg

Auch das noch: Sportlich läuft es für den Tabellenletzten der Zweiten Liga gar nicht gut und jetzt kommt noch die Rechnung fürs Stadiondach in Millionenhöhe dazu.

Ein neuer Dachschaden beim MSV Duisburg: Die Stadionprojektgesellschaft muss in den nächsten Jahren das Dach der Schauinslandreisen-Arena sanieren. Wie Dirk Broska, Geschäftsführer der Gesellschaft, erklärt, liegen in der gesamten Dachkonstruktion Korrosionsschäden vor. Das wird teuer: Die Reparatur wird mehr als zehn Millionen Euro verschlingen. Eine konkrete Gefahr für Zuschauer und Sportler besteht laut Broska nicht.

Aufregung um das Arena-Dach hatte es bereits im Januar gegeben. Da hatte das Bauamt der Stadt das Stadion gesperrt, da nach Ansicht der Behörde die Gefahr bestand, dass Lichtstegplatten herunterfallen könnten. Die Betreiber entfernten die Platten, der Spielbetrieb war gesichert. Die Korrosionsschäden stehen laut Betreiber nicht in Zusammenhang mit den Mängeln aus dem Januar. Vielmehr setzte der Rost der Bausubstanz der 2005 fertiggestellten Arena erheblich zu. Zahlreiche Pylonen sind mittlerweile verrostet. Die Baugesellschaft des damaligen MSV-Präsidenten Walter Hellmich mit Sitz in Dinslaken hatte das alte Wedaustadion im laufenden Spielbetrieb in eine moderne Spielstätte verwandelt. Dirk Broska stellt dem Bauherrn ein niederschmetterndes Zeugnis aus: „Es wurde schlechtes Material handwerklich schlecht verarbeitet.“ Da die zehnjährige Gewährleistungsfrist abgelaufen ist, sei es nicht möglich, Regressansprüche gegen Hellmich geltend zu machen, wie Broska erklärt.

Auch nach Fertigstellung des Stadions lag offenbar vieles im Argen. Broska kritisiert seine Vorgänger sowie die früheren Geschäftsführer: „Der Vermieter hat nicht sauber auf seine Immobilie aufgepasst.“ Dazu zähle auch, dass wichtige Bauunterlagen nicht mehr auffindbar seien.

Bei den Kosten will sich Broska nicht auf einen Betrag festlegen. Er spricht von einem „niedrigen achtstelligen Betrag.“ Den MSV Duisburg, der angesichts des wahrscheinlichen Abstiegs aus der 2. Bundesliga gerade rund drei Millionen Euro für den Erhalt der Drittliga-Lizenz zur nächsten Saison aufbringen muss, tangiert der Sanierungsfall nicht. Die Kosten muss die Stadiongesellschaft, die sich zu 51 Prozent direkt und indirekt in städtischer Hand befindet, tragen. Der MSV ist somit nicht in seiner Existenz gefährdet.

Die Betreiber wollen die Sanierung in den nächsten fünf Jahren vornehmen – nicht während des Spielbetriebs, sondern jeweils in der Sommerpause. Somit werden sich die Kosten entsprechend auf die kommenden Jahre verteilen. Nach dem Abschluss der aktuellen Saison soll eine detaillierte Bestandsaufnahme erfolgen. Für den Sommer 2020 sind die ersten Bauarbeiten geplant.

(D.R.)
Mehr von RP ONLINE