Mottowoche 2018 in Duisburg: 50 vermummte Abiturienten randalieren

Mottowoche: Abiturienten randalieren in Duisburg

Bis zu 50 vermummte Abiturienten sind am Donnerstag durch Duisburg gezogen. Die Gruppe löste einen größeren Polizeieinsatz aus, als sie auf einem Schulhof randalierte.

Sie kamen in weißen Maleranzügen, maskiert mit Halstüchern, Sturmhauben und türkischen Fahnen: 40 bis 50 vermummte angehende Abiturienten haben am Donnerstagvormittag für einen größeren Polizeieinsatz in der Stadtmitte und in Duisburg-Neudorf gesorgt.

Bewaffnet mit Spraydosen, Pyrotechnik und jeder Menge Eiern tauchte gegen halb 12 eine große Gruppe Schüler auf dem Schulhof des städtischen Landfermann-Gymnasiums auf. Sie sollen laut Polizei als Schüler des Mercator-Gymnasiums identifiziert worden sein. Die Truppe skandierte beleidigende Gesänge und besprühte Wände auf dem Schulhof. Die Aktion lief so sehr aus dem Ruder, dass der Schulleitung keine andere Wahl blieb, als die Polizei zu alarmieren.

Anzeige gegen Unbekannt

"Wir haben Hausverbote ausgesprochen", sagt Jürgen Tasch, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums. "Die Gruppe hat die Verbote aber einfach ignoriert. Außerdem hat es Sachbeschädigungen gegeben." Der Vorfall an der Schule sei indes nicht der erste dieser Art gewesen. "In den vergangenen Jahren gab es ähnliche Aktionen. Wir haben uns deshalb in diesem Jahr mit den Schulleitern in der Stadtmitte darauf verständigt, solche 'Schulüberfälle' konsequent zu ahnden. Deshalb haben wir nun auch Anzeige gegen Unbekannt erstattet." Die Schüler seien über die strikte Linie informiert. "Sie wissen, dass auf dem eigenen Schulhof zu feiern okay ist. Und soweit ich weiß, haben sich zumindest unsere Schüler bisher auch an die Regeln gehalten."

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Als die hinzugerufene Polizei am Landfermann-Gymnasium eintraf, war die Bande schon weitergezogen. Fünf Streifenwagen stellten die Gruppe in der Nähe eines Berufschul-Zentrums im Stadtteil Neudorf. "Da die Beamten dort aber keine Straftaten feststellen konnten, haben wir die Schüler nur darauf hingewiesen, dass sie sich zu benehmen haben", sagt Polizeisprecher Ramon van der Maat. "Dann haben wir sie weitergeschickt."

"Bei Sachbeschädigungen hört der Spaß auf"

Der Schulleiter des Mercator-Gymnasiums kündigte ernste Konsequenzen an, sollten tatsächlich Schüler seiner Schule an den Vorfällen beteiligt gewesen sein. "Bei Sachbeschädigungen hört der Spaß auf", sagt Thomas Herden. Auch er verweist auf die Absprache unter den Schulleitern. "Es gibt die klare Ansage, dass rigoros gegen wechselseitige Schulbesuche vorgegangen wird", sagt er. Auch die Schüler seiner Schule wüssten davon. Komme es zu Beschädigungen am Schulgelände, sei jeder Schulleiter angehalten, die Polizei einzuschalten und den Vorfall anzuzeigen. Auf randalierende Schüler in der Mottowoche könne außerdem mit Ordnungsmaßnahmen reagiert werden. "Das kann ein Ausschluss vom Unterricht oder der Abiturfeier sein."