Duisburg: Motivierend und reizvoll

Duisburg : Motivierend und reizvoll

Am 11. Oktober sind die ersten 100 Tage im Amt voll. Oberbürgermeister Sören Link zog gestern schon einmal eine Anfangsbilanz. Die Sachentscheidung für drei WBD-Geschäftsführer findet er "absolut richtig".

"Motivierend und reizvoll, jeden Tag aufs Neue" — so sieht Sören Link auch nach knapp 100 Tagen seinen neuen Job als OB noch immer. Auch wenn er für sich persönlich das Risiko sieht, dass ihn die Arbeit nicht mehr loslässt: "Man muss aufpassen, dass der Job einen nicht auffrisst." Schon seine Anfangszeit war von wegweisenden Entscheidungen geprägt. Bei der Loveparade-Gedenkstätte, der Opernehe und der Bahnhofsplatte ist es so gelaufen, wie von ihm erhofft.

Verbesserungswürdig war die OB-Perfomance beim Fassanstich zu Beginn der Beecker Kirmes. Im ersten Anlauf brach der Holzhammer entzwei. Foto: Probst, Andreas

Dass die Wirtschaftsbetriebe mit dem jetzigen Stadtdirektor Dr. Peter Greulich (Grüne) und Uwe Linsen (SPD) zwei weitere Vorstandsmitglieder bekommt, findet er "in der Sache absolut nachvollziehbar und richtig". Kein den Wirtschaftsbetrieben vergleichbares Unternehmen käme mit nur einem Geschäftsführer aus, und die Verschmelzung mit der Gesellschaft für Beschäftigungsförderung (GfB) rechtfertige auch einen dritten Vorstandsposten. Zu den Namen wollte er sich nicht äußern: "Personalfragen kommentiere ich nicht." Von "Postengeschachere" könne jedenfalls nicht die Rede sein.

Gemeinsame öffentliche Auftritte mit seiner Freundin Sonja wie hier am Wahlsonntag wird es auch in Zukunft geben, erklärte Link gestern. Foto: Probst, Andreas

Dass das Krisenmanagement beim Großbrand in Krefeld und der Rauchwolke mangelhaft war, wollte er nicht gelten lassen. "Wir werden das aber analysieren und künftig noch besser machen." Dass die Bürger zum Beispiel in Mündelheim den OB gern vor Ort gesehen hätten, nahm er zur Kenntnis. Eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel "OB vor Ort" soll künftig die Dialogbereitschaft des 36-Jährigen mit den Bürgern unterstreichen. Bei dem Problem der Zuwanderung aus Südosteuropa verwies Link auf die verstärkte Präsenz durch die städtische "Task Force". "Recht und Gesetz haben für alle zu gelten. Duisburg bleibt trotzdem eine weltoffene Stadt", so der OB.

Die Vorbereitung auf seine Rede bei der Gedenkfeier der Loveparade-Katastrophe am 24. Juli war die erste große Bewährungsprobe. Foto: Probst, Andreas

Link setzte sich gestern auch gegen Vorwürfe von Vertretern der Überlebenden der Loveparade-Katastrophe zur Wehr. "Ich ärgere mich sehr über den Vorwurf, meine Versprechen nicht gehalten zu haben", so Link. Im Gegensatz zu den Äußerungen von Betroffenen-Vertretern sei die Gedenkstätte nicht verkleinert worden. Sie sei genau so groß wie in der Vorlage vorgesehen, die der Rat im Juli beschlossen hatte. Im Übrigen seien die Unterlagen jederzeit im Internet einsehbar. Dass Betroffenen keine Einsicht in den Bebauungsplan gewährt werde, sei daher unzutreffend. Zurzeit werde nach einem städtischen Beauftragten in Sachen Loveparade-Katastrophe gesucht. "Die wichtigste Initiative hat dazu einen Vorschlag gemacht. Ich habe mit dem Vorgeschlagenen gesprochen.

Er hat sich ein paar Tage Bedenkzeit erbeten, und die werde ich ihm natürlich geben", so Link. Wie die Gedenkstätte im Detail aussehen werde, sei Inhalt weiterer Gespräche. "Ich kann das sowieso nicht umsetzen. Das Gelände gehört Herrn Krieger." Link wolle eine würdige Gedenkstätte, die die Interessen der Betroffenen wie die des Investors gleichermaßen berücksichtige.

(RP/rl)
Mehr von RP ONLINE