Ermordeter Schneider aus Moers Polizei nimmt Sohn und Bekannten von Kazim Tatar fest

Moers/Duisburg/Wesel/Krefeld · Im Mordfall Kazim Tatar (56) aus Moers hat es bereits am Montagabend zwei Festnahmen gegeben. Laut Angaben der Polizei sind der 20-jährige Sohn des Vermissten und ein 48 Jahre alter Bekannter dringend tatverdächtig.

Polizei sucht nach vermisstem Moerser
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Polizei sucht nach vermisstem Moerser

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Foto: Christoph Reichwein (crei)

In dem Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem Verschwinden und der Ermordung von Kazim Tatar aus Moers liegen neue Erkenntnisse vor, welche nunmehr zu der Festnahme zweier Beschuldigter geführt haben.

Wie die Staatsanwaltschaft Moers und die Duisburger Polizei am Mittwoch mitteilten, wurden bereits am Montag, 21. November, zunächst in Moers und Neukirchen-Vluyn vier Wohnanschriften und ein Ladenlokal durchsucht sowie drei Fahrzeuge (darunter ein grauer Audi Q 4), mehrere Datenträger und Mobiltelefone sichergestellt.

In den Abendstunden des gleiches Tages nahmen Ermittler der Duisburger Mordkommission schließlich den 20-jährigen Sohn des Ermordeten an seiner Wohnanschrift in Moers sowie einen 48-jährigen Bekannten aus Neukirchen-Vluyn auf Grund dringenden Tatverdachts fest. Dieser ergab sich anhand mehrerer Zeugenaussagen, der Auswertung von Spuren in der Wohnung des Tatopfers sowie weiterer umfangreicher Ermittlungen.

Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass die beiden Beschuldigten gemeinschaftlich den am 12. September 2022 aus der Türkei zurückgekehrten Kazim Tatar in seiner Wohnung ermordet haben. Seit dem 12. September wurde der Schneider vermisst.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kleve – Zweigstelle Moers – wurden die beiden Beschuldigten am Dienstag, 22. November, dem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Moers vorgeführt. Dieser erließ antragsgemäß Haftbefehle wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Mordes gegen die beiden Beschuldigten.

Ob weitere Personen in das Tatgeschehen verwickelt waren oder bei der Beseitigung des Leichnams geholfen haben, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Nach wie vor gibt es keine Hinweise darauf, wo sich der Leichnam befindet.

Der 56-Jährige war nach seinem Türkei-Urlaub nachweislich wieder nach Deutschland eingereist. Familienangehörige und Freunde konnten ihn dann aber nicht erreichen. Zunächst gingen die Behörden von einem Vermisstenfall aus. Möglicherweise sei er Opfer eines Verbrechens geworden oder befinde sich in einer hilflosen Lag, hieß es noch in einer Mitteilung am 19. Oktober. Als mögliche Aufenthaltsorte wurden auch Düsseldorf oder die Schweiz genannt.

 Mit Fahndungsplakaten in Moers, Duisburg, Krefeld und Wesel hatte sich die Kripo jüngst an die Öffentlichkeit gewandt.

Mit Fahndungsplakaten in Moers, Duisburg, Krefeld und Wesel hatte sich die Kripo jüngst an die Öffentlichkeit gewandt.

Foto: Christoph Reichwein (crei)

Die Polizei hatte die Suche dann erst kürzlich mit Fahndungsplakaten in Moers, Duisburg, Krefeld und Wesel ausgeweitet. Drei Wochen nach dem Verschwinden des Schneiders war Kazim Tatars Wohnung über seinem Atelier von einem Unbekannten in Brand gesetzt worden. Spätestens da verdichteten sich die Hinweise auf ein Verbrechen. Nun steht der Fall offenbar vor der Aufklärung.

(dab)
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