Mordprozess in Duisburg 38-Jähriger soll Opfer mit Bierkrug erschlagen haben

Duisburg · Er wollte Bargeld und soll dafür getötet haben. Seit Mittwoch muss sich ein wohnungsloser Mann vor dem Landgericht Duisburg verantworten. Die Anklage zeugt von brutaler Gewalt.

 Der Angeklagte mit seinem Verteidiger beim Prozessauftakt am Mittwoch.  Foto: Latsch

Der Angeklagte mit seinem Verteidiger beim Prozessauftakt am Mittwoch. Foto: Latsch

Foto: Marc Latsch

Es ging wohl um Habgier, um einen Bargeldbetrag in vierstelliger Höhe, den ein 38-Jähriger unbedingt besitzen wollte. Deswegen soll er in der Nacht vom 18. auf den 19. April 2022 in Duisburg-Marxloh mindestens vier Mal mit einem Bierkrug auf den Schädel eines 53-jährigen Tankwarts eingeschlagen haben. So schwer, dass sein Opfer zwei Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen erliegt. So steht es in der Anklage der Staatsanwaltschaft, die am Mittwoch beim Prozessauftakt vor dem Duisburger Landgericht verlesen wurde.

Der 38-Jährige will zunächst nicht aussagen, auch sein Verteidiger gibt keine Erklärung ab. Der Angeklagte war zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat ohne festen Wohnsitz, seit Juli 2022 ist er in der JVA Duisburg-Hamborn inhaftiert. Im Gerichtssaal trägt er eine schwarze Jacke mit Fellkragen und einen schwarzen Pullover. Seine Haare sind glatt gegelt, der Bart kurz getrimmt. Eine Dolmetscherin übersetzt für ihn die Anklage vom Deutschen ins Bulgarische, seine Muttersprache. Der 38-Jährige, so sagt er, sei eigentlich verheiratet. Offiziell aber nicht.

Die Tat sorgte in Marxloh für einiges Aufsehen. Die Polizei ließ dort zeitweise Fahndungsplakate aufhängen, um neue Zeugenhinweise zu erhalten. Wie genau die Ermittler schließlich auf den 38-Jährigen kamen, wurde zunächst vor Gericht noch nicht thematisiert. Erste Zeugen sind für den kommenden Mittwoch geladen. Das Urteil wird für Mitte März erwartet.