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Duisburg: Montana-Ranch existiert nicht mehr

Duisburg : Montana-Ranch existiert nicht mehr

Nur die Kirche steht noch – ansonsten ist die Westernstadt mittlerweile komplett abgerissen. Auch die Initiative "Rettet die Montana-Ranch" hatte es letztlich nicht geschafft, einen Investor zu finden, der allein für die nötigen Genehmigungen einen hohen fünfstelligen Betrag gezahlt hätte.

Friemersheim Es ist ein trostloser Anblick. Wo einst regelmäßig Hunderte Westernfans entlang der Buden bummelten, liegen jetzt nur noch Schutt und Bretter. Verschwunden ist auch der Saloon, in dem fast jeder Rheinhauser schon einmal ein rauschendes Fest gefeiert hat. Die Sioux-Montana-Ranch existiert nicht mehr. Das Rheinhauser Abrissunternehmen Johannes Leuchten hat alles dem Erdboden gleich gemacht. Das viele Holz liegt nun am Boden und wartet darauf, abtransportiert zu werden. Nur noch die Kirche steht, "und die bleibt auch stehen", sagt Irma Wiesner. "Sie steht auf unserem Privatgrundstück. Davon wollen wir uns nicht trennen."

 Blick in die Trümmer: Einige der bunten Schilder, die einst über den Eingängen der Buden hingen, sind noch zu erkennen.
Blick in die Trümmer: Einige der bunten Schilder, die einst über den Eingängen der Buden hingen, sind noch zu erkennen. Foto: Probst, Andreas

Es war ein weiterer Schlag für sie und ihren Mann Erich, mit anzusehen, wie ihr Lebenswerk nach und nach abgerissen wird. "Meinem Mann geht es sehr schlecht, er will mit niemandem sprechen", sagt Irma Wiesner.

Auch Matthias Tilgner ist tief enttäuscht. "Es ist so traurig. Die Wiesners sind am Boden zerstört", sagt der Sprecher der Initiative "Rettet die Montana-Ranch". Er und seine Mitstreiter hatten sich bei der Gründung im August des vergangenen Jahres noch so optimistisch angehört. Alle waren sich sicher, dass man eine Möglichkeit finden werde, die Westernstadt zu erhalten.

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Bleibt wohl eine Grünfläche

"Wir haben alles versucht, aber da war leider nichts zu machen", gibt sich Tilgner nun geschlagen. Im Raum habe eine hohe fünfstellige Summe allein für nachträgliche Genehmigungen gestanden. "Und dann wäre noch nichts gemacht gewesen. Mein Bruder ist Architekt, und der schätzt, dass man mindestens noch mal eine Million Euro hätte drauf setzen müssen. Das konnte keiner stemmen. Auch nicht der Investor, den ich an der Hand hatte", so Tilgner.

Auch Bezirksamtsleiter Reiner Sanner bestätigt: "Es wären viele Auflagen zu erfüllen gewesen. Ein Weiterbetrieb wäre nur mit gewaltigen Investitionen möglich gewesen."

Und wie geht es jetzt weiter? "Der Schutt wird nach und nach abgefahren", sagt Irma Wiesner. Was dann passiert, steht noch nicht fest. "Die Ortspolitik wird entscheiden, wie man das Gelände nutzen kann", sagt Reiner Sanner. Aus Verwaltungskreisen ist zu vernehmen, dass das Gelände wohl nicht zu vermarkten ist und es der Natur überlassen werden soll. "Die Stadt will daraus eine Grünfläche machen", hat auch Irma Wiesner gehört. Was auch immer passieren wird – es ist ein Stück Rheinhauser Geschichte, das mit dem Abriss der Montana-Ranch zu Ende geht.

Internet Mehr zum Hintergrund unter www.rp-online.de/duisburg

(RP)