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Duisburg: Mögliche OB-Kandidaten

Duisburg : Mögliche OB-Kandidaten

Eine Frage beherrscht in diesen Tagen die öffentliche Diskussion in Duisburg: Wer wird Oberbürgermeister? Noch ist nichts entschieden. Gleich drei starke Frauen können sich Chancen ausrechnen.

Ralf Jäger hält den Schlüssel in der Hand. Bei der Suche nach einem geeigneten OB-Kandidaten oder einer Kandidatin wird wohl niemand am NRW-Innenminister und Duisburger SPD-Parteichef vorbeikommen. Der hielt sich bis jetzt mit Namensvorschlägen wohlweislich zurück.

Noch gilt die Devise, nach Möglichkeit einen parteiübergreifenden, unabhängigen Kandidaten zu finden — einen oder eine, die zumindest bei SPD, Linken, Grünen und FDP gleichermaßen auf Akzeptanz stößt. Da sich Lichtgestalten für den OB-Posten nicht gerade aufdrängen, könnte am Ende doch ein Sozialdemokrat auserkoren werden. Dass Jäger selbst seinen Innenministerposten gegen den des Duisburger Stadtoberhauptes eintauscht, ist eher unwahrscheinlich.

Gisela Walsken (54), stellvertretende Parteivorsitzende in Duisburg, ist zurzeit Kölner Regierungspräsidentin, wohnt aber im Duisburger Süden. Sie gilt als durchsetzungsfähig, ehrgeizig und kommunikativ. Nicht zuletzt durch ihre derzeitige Tätigkeit hat sie schon einige Verwaltungserfahrung gesammelt. Hinter vorgehaltener Hand fällt auch immer wieder der Name von Dr. Elke Bartels. Die 54-Jährige wurde von Innenminister Jäger für den Posten der Polizeipräsidentin vorgeschlagen. Ob er ihr auch den Job der Oberbürgermeisterin zutraut? Die Juristin war lange Jahre für die Bezirksregierung tätig und kennt Verwaltungsarbeit auch außerhalb des Polizeibereichs. Zuletzt meldete sie sich in Duisburg auch bei einer Veranstaltung der IHK zum Industriestandort zu Wort.

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Bärbel Bas (43) wird immer wieder als aussichtsreiche Kandidatin genannt. Die gelernte Krankenkassen-Betriebswirtin ist Bundestagsabgeordnete für den Duisburger Südkreis. Sie hat in der Duisburger SPD nicht nur Freunde, seit sie sich in einer Kampfabstimmung gegen Petra Weis für das Bundestagsmandat durchgesetzt hatte.

Die jüngsten potenziellen Kandidaten sind der 35-jährige Landtagsabgeordnete Sören Link und der zwei Jahre ältere Martin Bornträger. Während Link im Schulreferat der Bezirksregierung arbeitete, bevor er in den Landtag einzog und in Duisburg durchaus präsent ist, ist der in Herne wohnende Bornträger hier noch weitgehend unbekannt. Der gelernte Studienrat und Referent für Kommunalpolitik der SPD-Landtagsfraktion leitet seit Juli 2010 das Ministerbüro Jägers in Düsseldorf. Ob Link und Bornträger angesichts ihres Alters tatsächlich aussichtsreiche Kandidatin sind, wird von älteren Sozialdemokraten allerdings mit Skepsis betrachtet.

Für Jürgen C. Brandt, den früheren Stadtdirektor aus den Zeiten von Oberbürgermeisterin Bärbel Zieling, spricht die Verwaltungserfahrung. Brandt gilt allerdings nicht unbedingt als Konsens-Kandidat und dürfte besonders von der Partei der Linken kritisch gesehen werden.

Dr. Peter Greulich, zurzeit kommissarisch Verwaltungschef in der Stadt, könnte als schwarz-grüner Kandidat eine Rolle spielen — wenn diese Zeiten angesichts der rot-rot-grünen Zusammenarbeit im Rat nicht längst passé wären. Greulich hat als Stadtdirektor Erfahrungen in der Verwaltung sammeln können. Seine Partei wählt Anfang März einen neuen Vorstand. Dass die gespaltenen Grünen einen Kurswechsel vornehmen, ist aber wenig wahrscheinlich. Ob die Initiativen, die aus dem Abwahlbündnis hervorgegangen sind, einen dieser Kandidaten akzeptieren, bleibt abzuwarten. Eigene Kandidaten aus ihren Reihen sind vorstellbar.

Hier geht es zur Bilderstrecke: OB-Kandidaten in Duisburg 2017

(RP)