Loveparade-Gelände in Duisburg: Möbelzentrum darf gebaut werden

Loveparade-Gelände in Duisburg: Möbelzentrum darf gebaut werden

Mit den Stimmen von SPD, Linken und der FDP hat der Rat in seiner Sondersitzung Baurecht für das Höffner-Möbelzentrum geschaffen. Die Loveparade-Gedenkstätte wird vergrößert. Um das Randsortiment wurde gestritten.

Kurt Krieger war die Erleichterung über den Beschluss anzumerken. Dass sich die CDU und die Grünen wegen der Größe des zentrenrelevanten Randsortiments nicht zu einer Zustimmung durchringen konnten, ärgerte ihn nur wenig. Immerhin 20 Prozent der Verkaufsfläche sind für andere Waren als Möbel genehmigt.

"Das war doch den Fraktionen lange klar. Wieso jetzt ein solcher Antrag gestellt wird, verstehe ich nicht", meinte der Berliner Unternehmer. Gemeint war ein Antrag der Grünen aus dem Wirtschaftsausschuss. Darin hatten die Grünen unter anderem gefordert, die Randsortimente auf zehn Prozent der Verkaufsfläche zu reduzieren.

Nur eine Stunde später zogen die Grünen im Rat den Antrag zurück. Planungsdezernent Carsten Tum hatte zuvor erläutert, dass der Bebauungsplan bei einer derart gravierenden Änderung noch einmal neu ausgelegt werden müsse. Krieger hatte am Rande der Ratssitzung erklärt, in diesem Fall sei ein Rückzieher seinerseits nicht ausgeschlossen. Claudia Leiße (Grüne) begründete die Rücknahme des Antrags damit, dass dann auch der ausgehandelte Kompromiss zur Loveparade-Gedenkstätte hinfällig werde.

  • Duisburg : Kommentar: Gleichbehandlung sieht anders aus

Prompt machte sich die CDU den Antrag der Grünen zu eigen und beantragte ihrerseits, das Randsortiment auf zehn Prozent zu beschränken. Dies fand im Rat nur Zustimmung von CDU und DWG. Die Grünen enthielten sich.

Wilhelm Bies (FDP) betonte, von blau-gelber Seite gebe es grünes Licht. "Herr Krieger, lassen Sie die Bagger rollen!", fordert er. Dass SPD, Linke, und FDP schließlich zustimmten, war vor allem der Tatsache zu verdanken, dass den Angehörigen der Loveparade-Opfer in Sachen Gedenkstätte weit entgegengekommen wurde. Nach Gesprächen zwischen Oberbürgermeister Sören Link und Angehörigenvertretern sollen nun die Treppe, wesentliche Teile der Stützwand bis zur Karl-Lehr-Straße und des Bodens erhalten bleiben. Die Gedenkstätte wird von 100 auf 660 Quadratmeter erweitert und durch die Tunnelstrecken der Karl-Lehr-Straße zu betreten sein.

Noch kein formales Baurecht, aber grünes Licht gab es auch für das Ostermann-Möbelzentrum in Meiderich. Hier bleibt das Randsortiment aber auf zehn Prozent der Verkaufsfläche beschränkt.

(RP/rl/jco)