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Duisburg: Möbelhäuser keine Magneten

Duisburg : Möbelhäuser keine Magneten

Von dem geplanten Factory Outlet Center "Douvil" in Hamborn wird nach Meinung von Michael Rüscher der Einzelhandel in der Innenstadt nicht profitieren, sondern er werde dadurch Nachteile erfahren.

"Hier wird etwas planerisch Mögliches, aber stadtentwicklerisch nicht unbedingt Sinnvolles auf die Schiene gesetzt." Der IHK-Handelsexperte rechnet damit, "dass es dort nicht die hochwertigsten Designerwaren zum reduzierten Preis geben wird, "sondern ich rechne mit einem eher durchschnittlichen Sortiment", ähnlich dem, das es zu höheren Preisen auch in der Innenstadt gibt. Denn keiner könne garantieren oder kontrollieren, dass in "Douvil" nur Artikel aus Überproduktion oder aus der Vorsaison verkauft werden.

"Und dass durch diese Ansiedlung im Norden ein Hauptzentrum entsteht, das ist doch genauso so unrealistisch wie die Vorstellung, dass Kunden nach dem Einkauf dort anschließend zum Shoppen in die City fahren." Rüscher schließt sich auch der bekannten Kritik der IHK an den Planungen für das Gelände der Duisburger Freiheit an.

Das Möbelzentrum dort ginge in Ordnung, 9000 Quadratmeter Verkaufsfläche für Randsortimente allerdings nicht, so Rüscher. "Der Investor soll sich einfach mal an die Spielregeln halten." Er ist verwundert, dass die Stadtplaner hier nicht längst eingeschritten sind, denn "die Stadt hält sich damit nicht an ihr eigenes Einzelhandelskonzept."

Wieder nach Hause

Dass die City von den Kunden, die das künftige Möbelzentrum ansteuern, profitieren wird, hält er für nahezu ausgeschlossen. "Die Leute kommen angefahren, steigen aus, gehen einkaufen und fahren wieder nach Hause", ist er überzeugt. Das gelte für die Duisburger Freiheit ebenso wie für "Douvil" und auch für den Möbelhändler Ostermann, der sich bekanntlich in Meiderich ansiedeln wird.

Rüscher ist sicher, dass beide Möbelhäuser zudem keine Magnetwirkung haben, die Duisburgs Anspruch als Oberzentrum des Niederrheins stärken. "Wer beispielsweise aus Kleve kommt, für den ist es doch nach Oberhausen oder Düsseldorf kaum weiter als nach Duisburg."

(RP)