Duisburg: Möbel auf der grünen Wiese

Duisburg: Möbel auf der grünen Wiese

Der Wettstreit zwischen den Möbel-Mogulen Kurt Krieger und dem Wittener Rolf Ostermann geht in die nächste Runde. Gegenüber der RP erklärt Ostermann, warum sein Vorhaben besser ist für Duisburg als die Krieger-Pläne.

Auf den ersten Blick wollen beide das Gleiche: Ein Möbelhaus mit rund 50000 Quadratmetern Verkaufsfläche in Duisburg. Damit haben sich die Gemeinsamkeiten aber schon erschöpft. Die Lage des jeweiligen Vorhabens und die Größe des "Randsortiments", also der Artikel, die nicht zur Möbelsparte gehören, unterscheiden sich erheblich.

Rolf Ostermann wehrt sich vehement gegen das Ergebnis eines von Krieger in Auftrag gegebenen Gutachtens (die RP berichtete), das zu dem Schluss kommt, einem Höffner-Möbelhaus sei im Zweifelsfall der Vorzug zu geben.

So führe das Gutachten aus, dass der Krieger-Standort "des früheren Güterbahnhofs aufgrund seiner innenstadtnahen Lage... eindeutig eher geeignet" sei, "um die derzeitige Angebotslücke im Bereich des großflächigen Vollsortiments in Duisburg zu schließen, ohne dabei den Markt zu überhitzen".

Das sieht Ostermann mit seinem Vorhaben auf dem Meidericher Zeus-Gelände grundlegend anders. "Kannibalisierungseffekte sind umso größer, je geringer die Entfernung zwischen der Innenstadt und dem Grüne-Wiese-Standort ist und je größer das Verkaufsflächenangebot im Bereich der zentrenrelevanten Sortimente ist", erklärt Ostermann gegenüber der RP.

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Für die City problematischer

Er plane eine Fläche von insgesamt 2500 Quadratmetern an zentrenrelevanten Sortimenten wie Heimtexitilien, Teppichen, Dekoartikeln, Wohnaccessoires, Lampen, Leuchten und Haushaltsgeräten. Bei Krieger sei diese Fläche mit 10200 Quadratmetern mehr als vier Mal so groß. Zudem ist das Ostermann-Vorhaben rund fünf Kilometer von der City entfernt, bei Krieger seien es nur 1,5 Kilometer. "Das Krieger-Vorhaben ist daher aus Sicht der Innenstadt um ein Vielfaches problematischer", so der Unternehmer.

"Die Ostermann-Planung ist von vornherein wesentlich zentrenverträglicher und hält sich an die landesplanerischen Obergrenzen. Wegen der Nähe zu Ikea macht es für uns keinen Sinn, verstärkt auf das Randsortiment zu setzen. Auf diesem Gebiet ist Ikea ohnehin sehr stark", sagt Rolf Ostermann. Zudem unterstelle das Krieger-Gutachen einen um 22 Prozent höheren Umsatz je Quadratmeter Verkaufsfläche. Dies sei reine Spekulation.

Ostermann ist sicher: "Während der Krieger-Standort zwischen den Möbelhändlern der Duisburger Mitte und des Duisburger Südens liegt, befindet sich der Ostermann-Standort außerhalb im Duisburger Norden und hat mit Ikea lediglich einen Möbelanbieter in der Nachbarschaft, mit dem es aufgrund der unterschiedlichen Geschäftskonzepte nur geringe Überschneidungen gibt."

(RP)
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