Duisburg: Mitsubishi setzt auf die Kraft der Kohle

Duisburg : Mitsubishi setzt auf die Kraft der Kohle

Mitsubishi Hitachi Power Systems mit Sitz im Duisburger Innenhafen ist zurzeit dabei, in Polen ein riesiges Kohlekraftwerk zu errichten. Es soll zu den leistungsstärksten seiner Art weltweit gehören.

Der Neubau des Kohlekraftwerks im polnischen Kozienice hat jetzt einen wichtigen Meilenstein erreicht: Auf der Baustelle setzten Arbeiter die erste von insgesamt vier Kesselstützen. Mit diesem Akt beginnen die Arbeiten am Großdampferzeuger, dem Herzstück des Steinkohleblocks. Gebaut wird die Anlage von Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe (MHPSE) mit Sitz im Innenhafen und dem Konsortialpartner Polimex-Mostostal (PXM), Auftraggeber ist der polnische Energieversorger Enea Wytwarzanie. Der Grundstein für das Kraftwerk war bereits im November 2012 gelegt worden.

Die Anlage ist für eine installierte Leistung von 1075 Megawatt (MW) und einem Nettowirkungsgrad von 45,59 Prozent ausgelegt. Sie wird nach der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2017 zu den weltweit leistungsstärksten ihrer Art gehören, so Mitsubishi. Der Stahlbau mit einem Gesamtgewicht von 3250 Tonnen für den Großdampferzeuger stammt von Donges SteelTec, einer Tochtergesellschaft von MHPSE, und wird mit Spezialtransporten auf der Straße zur Baustelle geliefert. Die schwersten Bauteile mit einem Gewicht über 180 Tonnen werden dann mit zwei Raupenkränen auf eine Höhe von 100 Metern angehoben.

Mehr als 100 Ingenieure sind an diesen Bauarbeiten beteiligt. Das Kesselgerüst wird Ende August 2014 fertig gestellt sein.

"Die Arbeiten am Projekt Kozienice verlaufen nach Plan", sagt Rainer Kiechl, Vorsitzender der MHPSE-Geschäftsführung. "Aufgrund der engen Verzahnung zwischen Engineering und Fertigung sind Qualität und Liefertreue garantiert." Die wichtigsten Komponenten für den Block stammen von Firmen innerhalb der Unternehmensgruppe oder der Muttergesellschaft Mitsubishi Hitachi Power Systems (MHPS).

Dazu gehören der Großdampferzeuger inklusive Kohlebunker, Mühlen, Feuerung, Rauchgasreinigung, sowie einige Nebenanlagen. MHPS liefert die Dampfturbine, den Generator und zugehörige Komponenten. Die Babcock-Hitachi K.K. (BHK) liefert die Rauchgasentschwefelung. PXM ist für den Bauteil und die Montage sowie die Kraftwerksnebenanlagen verantwortlich.

"Der Bau des neuen 1075 Megawatt-Kraftwerks ist ein sehr komplexer Prozess, der eine perfekte Koordination zwischen allen Beteiligten erfordert - von der Materiallieferung über die Abstimmung der Terminpläne von Lieferanten und Unterlieferanten bis zur Qualitätssicherung und Überwachung. Entscheidend dabei ist, dass alle Arbeiten innerhalb der bestehenden Infrastruktur des Kraftwerkskomplexes Kozienice erfolgen", sagt Krzysztof Sadowski, Vorsitzender der Geschäftsführung von ENEA Wytwarzanie. Enea Wytwarzanie unterstützt die Projektabwicklung mit eigenen Experten. Die pünktliche Montage eines so wichtigen Bauteils wie des Kesselgerüsts belege die gute Zusammenarbeit zwischen Kunde und Anlagenbauer.

Das Projekt Kozienice 11 ist aber nur ein erster Schritt für Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe. Der Energieanlagenbauer will eine wesentliche Rolle bei der Erweiterung des polnischen Kraftwerksparks übernehmen. MHPSE setzt dabei auf ein mehr als 100-jähriges Know-how bei Planung, Bau und Inbetriebnahme von thermischen Kraftwerken.

(RP)
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