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Duisburg: Miteigentümer von Kohlekraftwerken

Duisburg : Miteigentümer von Kohlekraftwerken

Gestern wurde der zweite Teil des Steag-Pakets von dem Konsortium gekauft, dem auch die Duisburger Stadtwerken angehören.

Gestern ging der zweite Teil eines Geschäftes über die Bühne, für das unter anderem der Rat der Stadt Duisburg bereits vor vier Jahren bereits grünes Licht gegeben hatte. Zusammen mit fünf anderen Ruhrgebiets-Stadtwerken hat der Duisburger Versorgungskonzern den zweiten Teil des Steag-Pakets übernommen.

Initiator war damals der Chef des Duisburger Versorgungs- und Verkehrskonzerns, Dr. Hermann Janning. Er hatte der Politik und den Aufsichtsräten des Unternehmens das Geschäft äußerst schmackhaft gemacht, vor allem, weil damals die deutschen Steag-Kohlekraftwerke gut ins Unternehmensprofil passten, der Kauf angeblich ohne Risiken war und das Geschäft profitabel erschien. Der Auslandsanteil (Kraftwerke u.a. in der Türkei und auf den Philippinen) war damals so zu sagen schmückendes Beiwerk.

Seit der Energiewende hat sich die Lage deutlich verändert. Mit Kohle Strom zu erzeugen, das scheint hier mittlerweile so unrentabel zu sein, dass einige große Energiekonzerne sich bereits von ihren hiesigen Kraftwerken verabschieden. Dass der zweite Anteil an dem Steag-Paket jetzt trotzdem übernommen wurde, liegt unter anderem an der Tatsache, dass die Käufer 2010 bereits Verträge eingegangen sind. Damals war Dr. Hermann Janning noch Sprecher des Konsortiums, heute ist es der Dortmunder Stadtwerke-Chef Guntram Pehlke. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erklärte er gestern, die Beteiligung habe sich als profitabel erwiesen. Das Unternehmen habe nach Steuern knapp 200 Millionen Euro verdient. Für den zweiten, 49-prozentigen Anteil waren 570 Millionen Euro fällig. Der erste Teil mit 51-Prozent kostete knapp unter 600 Millionen Euro. Die Duisburger Stadtwerke waren damals mit etwa 40 Millionen Euro dabei und mussten jetzt noch einmal mehr als 30 Millionen aufbringen.

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Experten hatten schon damals den "Steag-Deal" wegen der Auslandsaktivitäten als gefährlich eingestuft. Das Geschäft war zudem einer der Gründe, warum Dr. Hermann Janning vor drei Jahren in Duisburg seinen Hut nehmen musste. Er hätte den kommunalen Versorger wohl am liebsten zu einem Großkonzern gemacht, hieß es später von seinen Kritikern. Über diese ehrgeizigen Pläne habe er vergessen, dass er Chef eines kommunalen Energieversorgers mit einer besonderen Verantwortung für Duisburg sei, hieß es. Offene Kritik an Janning gab es indes nie. Für die Übernahme der zweiten Tranche hätten die kommunalen Energieversorger, die zu diesem Konsortium gehören, noch bis 2016 Zeit gehabt. Doch sie wollten jetzt die Niedrigzinsphase nutzen. Denn finanziert wird der Deal wie schon beim ersten mal über Kredite.

(RP)