Duisburg: Mit Wasserdruck lässt sich gut schneiden

Duisburg: Mit Wasserdruck lässt sich gut schneiden

Lehrer lernten jetzt bei einer Betriebserkundung die WOMA GmbH in Rheinhausen kennen. Das Unternehmen bildet unter anderem Verfahrens- und Industriemechaniker aus.

Wer schon mal einen handelsüblichen Hochdruckreiniger bedient hat, dürfte sich in etwa die Rückschlagkraft von rund 150 bar Wasserdruck vorstellen können. Auf rund 3000 bar bringen es die Spezialmaschinen der Duisburger WOMA GmbH. Mit diesem "Ultrahöchstdruck" werden Lacke von Schiffen entfernt, Rohre gereinigt oder sogar 2,5 Zentimeter dicker Stahl geschnitten. Wie Wasser auf diese Weise zum Werkzeug wird, erfuhren 25 Lehrer aus Duisburg bei dem Maschinenbauer. Bei der Betriebserkundung ging es auch um die Ausbildungsberufe sowie die Anforderungen an Bewerber.

Zur WOMA-Betriebserkundung kamen die Lehrer aller weiterführenden Schulformen erstmals auf gemeinsame Einladung zweier Institutionen zusammen: Der Arbeitskreis Schule/Wirtschaft des Unternehmerverbandes und der Lehrerarbeitskreis der Kommunalen Koordinierungsstelle Übergang Schule/Beruf NRW (KAoA) der Stadt Duisburg für Haupt- und Realschulen. Der Unternehmerverband bietet schon seit über 50 Jahren in seinem Verbandsgebiet solche Betriebserkundungen an und bindet sie nun in KAoA ein. "Wir öffnen den Schulen gerne die Türen in die hiesigen Unternehmen. Als Multiplikatoren tragen die Lehrer entscheidend zur Berufswahl der Schüler bei, die unsere Fachkräfte von morgen sind", erklärte Elisabeth Schulte, die beim Unternehmerverband u. a. für den Bereich Schule/Wirtschaft verantwortlich ist.

"Viermal so hoch wie am tiefsten Punkt des Meeres ist der Druck, den unsere Pumpen erzeugen können. Dieses Herzstück unserer Maschinen fertigen wir zu 80 Prozent hier am Standort in Rheinhausen", erläuterte Personalleiter Sebastian Göggel. So richtig anschaulich wurde die schier unvorstellbare Kraft anhand einer Betonmauer, die Produktionsleiter Sebastian Kauke dann beim Firmenrundgang ansteuerte: Abgeplatzter Beton rund um zentimetertiefe und großflächige Löcher gaben den Blick auf das Stahlgitter-Gerippe frei.

Auf Autoanhängern findet die Ingenieurskunst 'Made in Germany' Platz und ist so mobil auf Baustellen einsetzbar. "Wenn mit Wasserdruck etwa im Straßenbau Beton abgetragen wird, hat das den großen Vorteil, dass die Konstruktion aus Stahl erhalten bleibt, was ein Presslufthammer oder ein Vorschlaghammer nicht vermag", erläuterte Kauke. Darüber hinaus macht sich WOMA, die seit 2011 zur Kärcher-Gruppe gehört, mit Energieeffizienz einen Namen: Als erster Hochdruck-Wasserstrahl-Technologe integrierte WOMA ein Getriebe, sodass die Leistung ressourcenschonend angepasst werden kann.

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Für ihre Spezialmaschinen sucht WOMA ständig technischen und kaufmännischen Nachwuchs; drei Azubis und ein dual Studierender werden derzeit an der Werthauser Straße ausgebildet; Tendenz steigend. "Die Auswahl erfolgt über ein Assessment-Center. Da wir unsere Bewerber so sehr genau auf technisches und mathematisches Grundverständnis testen, haben wir keine Abbrecher mehr", freut sich Göggel, der alle ausgelernten Azubis übernimmt.

Gute Erfahrungen hat der Personalleiter mit Praktikanten aller Schulformen oder interessierten Bewerbern nach Aktionen wie dem Girls' Day oder "Erlebnis Maschinenbau" gemacht. Ausgebildet werden Verfahrens- und Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Elektroniker, Industriekaufleute sowie technische Produktdesigner.

Interessierte Lehrer sind im Arbeitskreis Schule/Wirtschaft willkommen, Ansprechpartnerin ist Elisabeth Schulte, Tel. 0203 99367-125, E-Mail: "mailto:schulte@unternehmerverband.org" . Weitere Infos auf www.unternehmerverband.org (Klick auf: Leistungen / Schule/Wirtschaft).

(RP)
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