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Duisburg: Mit Sorgen und Hoffnungen in die Zukunft

Duisburg : Mit Sorgen und Hoffnungen in die Zukunft

HKM hatte zum Nachbarschaftstreffen eingeladen und informierte die Zuhörer dort über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens und über aktuelle Projekte.

In regelmäßigen Abständen lädt der Stahlerzeuger Vertreter benachbarter Bürgervereine, ortsnaher Institutionen und Verbände sowie Ortspolitiker ein, um über aktuelle Entwicklungen des Unternehmens zu informieren und sich daraus ergebende Fragen zu diskutieren. Arbeitsdirektor Peter Gasse konnte auch diesmal wieder zahlreiche Vertreter der Süd-Bürgervereine, der Umweltverbände sowie etliche Bezirkspolitiker begrüßen. Dabei war auch Duisburgs Landtagsabgeordnete Sarah Phillip, die sich aus erster Hand über den Stand der Dinge beim Duisburger Großunternehmen informieren ließ.

Bevor HKM-Manager Rolf Höffken auf die aktuellen Entwicklungen rund um das Unternehmen zu sprechen kam, ging er auf die letzten Aussagen Wolfgang Eders ein, der in den kommenden 20 Jahren mit tiefen Einschnitten in der Stahlbranche rechnet. Der Präsident des Weltstahlverbands rechnet mit dem "Aus für sechs bis acht Werke" in diesem Zeitraum, denn in Europa werde "zuviel Stahl produziert". Das führe zu Überkapazitäten, die negativ auf das Preisniveau wirkten. Rolf Höffken schien "not amused" über die seiner Meinung nach zu gewagte Prognose. "Wir sind zwar derzeit nicht auf Rosen gebettet und verdienen im Moment mit Stahl auch kein Geld, trotzdem sei aus Sicht von HKM die Aussage des Stahl-Präsidenten so nicht nachvollziehbar. Der HKM-Technik-Manager bestätigte, dass China verstärkt Stahl nach Europa exportiere. Sorge bereite ihm allerdings, dass die asiatischen Automobilhersteller für ihre doch mittlerweile hochwertigen Produkte dort produzierten Stahl verwenden.

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Dass HKM offensiv die Zukunft gestaltet und entsprechend investiert, machte Rolf Höffken am Beispiel der Kokereierweiterung deutlich, die in den vergangenen Jahren im Mittelpunkt stand. "Das war mit 400 Millionen Euro die größte Einzelinvestition in der Geschichte von HKM", sagte Höffken nicht ohne Stolz. Am 29. März 2014 konnte nach einer "Garzeit" von 31 Stunden der erste Koks gewonnen werden. Mit der Erweiterung sei HKM nun in der Lage, "die Produktion zu 100 Prozent mit Eigenkoks zu fahren", so der Top-Manager. Ein weiterer Meilenstein für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens sieht das HKM-Management in dem Kauf des RWE-Kraftwerks. Hier betrug das Investitionsvolumen immerhin 100 Millionen Euro. Damit sei man nun unabhängig und auf ganzer Linie Eigenstromversorger. Das Know-how der RWE-Kraftwerksexperten nutzt HKM noch bis zum Jahr 2024, bevor man das Kraftwerk danach in Eigenregie führt.

Ausbildungsleiterin Gabriele vom Ende machte mit der Schilderung der Situation an der "Ausbildungsfront" klar, dass HKM auch dort zukünftige Entwicklungen im Blick hat. Derzeit befinden sich 137 junge Mitarbeiter in der Ausbildung. Ausgebildet wird in zehn verschiedenen Berufen. "Der Bedarf wird in den nächsten Jahren steigen", so die Berufsbildungs-Expertin. Vorbildlich sei auch die in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit durchgeführte Aktion "Die zweite Chance", bei der Jugendlichen, die den Berufseinstieg nicht auf Anhieb geschafft haben, noch einmal die Möglichkeit gegeben wird, Zugang zur Berufswelt zu erlangen. "Da wird allerdings genau hingeschaut, da darf man sich nichts mehr erlauben", sagte Arbeitsdirektor Gasse. Der Erfolg gibt dem Programm recht. Unter denen, die die zweite Chance ergriffen haben, seien Mitarbeiter, die mittlerweile die Meisterschule besuchen oder studieren. Gabriele vom Ende gab den Tipp, sich für eine Ausbildungsstelle am besten direkt nach den Sommerferien zu bewerben. Informationen für interessierte Schulabgänger und deren Eltern gibt es am morgigen Donnerstag, 5. März, im Infocenter am Tor 1.

(RP)