Duisburg: Mit Nadeln und Tees gegen Burnout

Duisburg : Mit Nadeln und Tees gegen Burnout

Lu Yang ist Heilpraktikerin und behandelt nach Traditionell Chinesischer Medizin. Zu ihrem vielfältigen Angebot gehört auch die Behandlung von Burnout.

Der Patient fühlt sich erschöpft und schlapp, kann sich nicht richtig konzentrieren und Lust, sich nach der Arbeit mit Freunden zu treffen, hat er schon gar nicht. Oft kommen noch körperliche Symptome hinzu wie Magenbeschwerden, Kopfschmerzen oder Herzrasen. Alles Anzeichen für einen Burnout. Den behandelt die Heilpraktikerin Lu Yang nicht klassisch nach westlicher Schulmedizin, sondern mit Traditionell Chinesischer Medizin (TCM).

Oft sind es Patienten, die bereits eine Therapie oder mehrere Arztbesuche hinter sich haben, die den Weg zu Lu Yang ins Ärztehaus am Klinikum Duisburg finden. Die Heilpraktikerin, die viele Jahre lang in China als Oberärztin gearbeitet hat, setzt bei ihrer Behandlung auf den ganzheitlichen Ansatz, so wie es Ärzte in China gewohnt sind. ErstesZiel ist es, die Ursache der Beschwerden herauszufinden, dann kann Lu Yang gezielt behandeln.

Behandelt wird mit Nadeln, Kräutern, Akupressur oder Schröpfgläsern. "Vielen geht es schon nach ein paar Behandlungen besser", sagt Lu Yang. Die Patienten können wieder schlafen, sich besser konzentrieren, das Leben wieder mehr genießen. Manche setzen auch auf eine Kombination aus Schulmedizin und TCM. "Die nehmen weiter ihre vom Arzt verschriebenen Medikamente, können aber oft die Dosis reduzieren", sagt Lu Yang.

Ursache des Burnout ist bei fast allen Patienten, die zu Lu Yang kommen, Stress, und zwar Stress im Beruf. "Die Betroffenen verspüren am Arbeitsplatz einen großen Druck", sagt die Heilpraktikerin. Der baut sich meist über einen längeren Zeitraum auf, bevor die Patienten dann einen Arzt aufsuchen. "Es sind inzwischen immer mehr junge Leute betroffen", sagt Lu Yang. Aber keinesfalls sind es nur die Angestellten, die den beruflichen Stress spüren, sondern auch Chefs und vor allem Selbstständige. Alle diese Gruppen zählen zu Lu Yangs Patienten. Auch wenn sie bei der Heilpraktikerin offen über ihre Erkrankung reden, nach außen schweigen sie. "Das möchte man nicht gerne öffentlich machen. Das ist doch eine sehr private Sache, anders als ein Armbruch oder eine Erkältung", sagt Lu Yang.

So lässt sich meist das ursächliche Problem im Job nicht lösen, doch der Umgang damit. Zusätzlich zu ihrer Therapie rät Lu Yang ihren Patienten zu Sport wie beispielsweise Thai Chi oder Yoga. Auch Kräutertees können die Therapie begleitend unterstützen.

Schon während ihrer Ausbildung in China behandelte Lu Yang Patienten mit Burnout. "Dort nannten wir es nur anders. Und es gab nicht so viele Patienten, denn der Stress im Beruf ist dort deutlich geringer", erklärt sie. Eine Stelle in Deutschland würde in China von ungefähr fünf Mitarbeitern ausgefüllt.

Die Zahl der von Burnout betroffenen Patienten hier jedenfalls sei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Betroffen, so Lu Yang, seien Frauen und Männer gleichermaßen. Entsprechend gemischt ist auch ihr Patientenstamm.

(RP)