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Duisburg: Mit großer Stimme und flinken Fingern

Duisburg : Mit großer Stimme und flinken Fingern

Am Samstagabend fand im Gemeindehaus auf dem Wege in Rheinhausen-Bergheim der erste Teil der Folkfestspiele statt. Die Irin "Wallis Bird" startete das erste von drei Einzelkonzerten und überzeugte ihre Fans auf der ganzen Linie.

Wallis Bird, die zierliche, kleine Frau mit der großen Stimme und den flinken Fingern spielte am Samstagabend im Rahmen der Folkfestspiele zum dritten Mal in Rheinhausen. Bereits 2008 und 2011 hatte sie zahlreiche Fans vor die große Bühne des Folkfestes gelockt. Komplett ohne Band, nur mit ihrer Gitarre "bewaffnet", wollte Wallis den Folkfestfreunden ordentlich einheizen. Wallis eigentlicher Band-kollege und guter Freund Aidan sollte vorher das Publikum mit seinem eigenen Soloprojekt ein wenig aufwärmen. Aidan entführte das Publikum mit irischen Melodien und seiner berührenden Stimme in ferne Traumwelten. Nicht nur die erst-klassige Musik, sondern auch die im Wohnzimmerstil gehaltene Bühnendekokoration schufen eine angenehme, freundschaftliche Atmosphäre in dem großen Saal des Gemeindehauses, in dem sonst Gottesdienste gefeiert werden. Aidan, der Songs von seinem Debütalbum "Le Grand Discours" vorstellte, begeisterte das Publikum von der ersten gespielten Note an und füllte den Saal innerhalb weniger Minuten.

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Um kurz nach 22 Uhr kündigte Tempel-Mitarbeiter Volker Hanke an: "Meine Damen und Herren. Begrüßen Sie mit mir Wallis Bird." Kaum hatte Hanke diesen Satz ausgesprochen, stürmte die kleine Irin auch schon auf die Bühne und fiel ihrem Vorredner um den Hals. Ein Konzert unter Freunden also. Schon nach wenigen Minuten wurde auch denen, die Wallis noch nie zuvor live erlebt hatten, klar, dass diese Frau etwas ganz Besonderes ist.

Die Bühnenpräsenz, die dieses Energiebündel an den Tag legte, war atemberaubend. Die Leichtigkeit, mit der sie ihre scheinbar unerschöpfliche Energie bei Songs wie "I'm so tired of that line" auf das Publikum übertrug, war phänomenal. Ihre Stimme, die mühelos zwischen ruhigen, souligen Parts wie etwa in "In Dictum" und rockenden, ja fast schreienden Momenten hin und her wechselt, ist einzigartig.

Ihr exotisches Gitarrenspiel springt von ruhigen, gezupften Melodien gepaart mit rhythmischem Klopfen auf dem Gitarrenkorpus bis zu wildem Shredding. Melanie Gerhards wurde von ihren Freunden mit zu dem Konzert genommen und hat vorher noch nie etwas von Wallis Bird gehört. Ihre Reaktion: "Der absolute Hammer, so ein tolles Konzert kann ich nur jedem mal empfehlen." Diese Ansicht schien auch der Rest des Publikums zu teilen. So tanzten, sprangen und stampften viele der Gäste ausgelassen und sangen leidenschaftlich die Texte "ihrer" Wallis mit.

Nach fast zwei Stunden war das außergewöhnliche Konzerterlebnis dann leider nach mehreren Zuga-ben vorbei. Während viele der Gäste schon runter in den Keller des "Tempels" zur anschließenden After-Show-Party eilten, standen Laura und Maxi Bärthel noch immer völlig begeistert vor der Bühne. Die beiden "Wallis Bird"-Fans waren extra aus Münster gekommen, um mit ihrem Idol zu feiern.

"Die Fahrt macht uns nichts aus, die weiteste Strecke, die wir mal für Wallis gefahren sind, waren 350 Kilometer bis nach Weinheim. Da ist es bis Rheinhausen doch nur ein Katzensprung", erklärt Laura Bärthel stolz. Gelohnt hat sich die Fahrt für die beiden tatsächlich, denn was die geschätzt anderthalb Meter große Irin in Rheinhausen geleistet hat, war mehr als außergewöhnlich und wird sicherlich vielen Konzertbesuchern für lange Zeit in Erinnerung bleiben.

(ts)