Duisburg: Mit Geschicklichkeit und Spaß

Duisburg: Mit Geschicklichkeit und Spaß

Die Messe "Spiel Doch!" feierte am Wochenende Premiere in der Kraftzentrale des Landschaftsparks. Das Publikum reichte von Gelegenheitsspielern bis zu Profis.

Piraten neben Pinguinschülern, das alte Ägypten neben einer düsteren Zukunftsdystopie. Am Wochenende lagen die Gegensätze in der Kraftzentrale im Landschaftspark ganz nah beieinander - im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Spielemesse "Spiel Doch!" feierte Premiere. Die vertretenen Spieleverlage hatten die Halle vollgepackt mit dem Neuesten und Aufregendsten, das die Welt der Brett- und Kartenspiele zu bieten hat. Der Erfolg der analogen Spiele in einer digitalen Welt zeigte sich an den Besuchermassen. Das Fazit von Barbara Nostheide vom Veranstalter w.nostheide-Verlag: "Erwartungen übertroffen".

Eines der ersten Spiele, das die Besucher auf ihrem Weg durch die Halle zu sehen bekamen, war "Viral" von Corax Games. Das Spielbrett ist ein Körper, und die Spieler dürfen ausnahmsweise mal den Bösewicht spielen, nämlich fiese Krankheiten. Die fiktiven Erreger ("Nervensäge", "Warnsensoren") sollen den Körper befallen und können später sogar mutieren. Martina und Lea-Marie Becker aus Wesel arbeiteten sich zwar noch ein, konnten aber schon feststellen: "Spielenswert".

Einfach zugängliche Spiele für Gelegenheitsspieler waren aber nicht die einzigen Attraktionen der Messe, echte Profis kamen auch auf ihre Kosten. So mussten sich die Besucher teils durch taschenbuchdicke Anleitungen kämpfen, bevor überhaupt der erste Würfel fallen durfte. "Genau wie wir uns das gewünscht haben", erklärte Barbara Nostheide, "hier sollen auch die Vielspieler auf ihren Geschmack kommen".

Etwas physischer ging es am Stand von Johannes Kastner zu, der hatte Geschicklichkeitsspiele aus Holz mitgebracht. Sven und Jason aus Duisburg waren damit beschäftigt, Holzsteine mit einem Gummi aufs Spielfeld des jeweils anderen zu schnippen. "Man muss sich gut konzentrieren", erklärte Sven hastig zwischen zwei Schüssen. Besinnlicher waren die Spieler am Stand des Verlags "Kosmos" unterwegs, zum Beispiel mit dem Abenteuerspiel "Andor". "Das spielen vor allem Familien, die an den Stand kommen", beobachtete Torsten Sammet vom Verlag. Beim Schnippspiel "Icecool", Kinderspiel des Jahres 2017, war Spaß fast garantiert "Die Pinguinschüler wollen die Schule schwänzen und müssen vor dem Hausmeister fliehen", erläuterte Sebastian Mattheis von Verlag Amigo. Im September gibt es in Mannheim sogar eine deutsche Meisterschaft, später vielleicht sogar eine Weltmeisterschaft. Viele Besucher nutzten die Messe nicht nur, um sich über die neuen Spiele zu informieren, sondern sie auch gleich zu kaufen. Der Stand des Duisburger Spielwarenhändlers Roskothen war deshalb schon am Samstag teilweise ausverkauft.

(RP)