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Prozess am Landgericht Duisburg: Mit fingierten Unfällen abkassiert?

Prozess am Landgericht Duisburg : Mit fingierten Unfällen abkassiert?

Mit fingierten Autounfällen soll ein Pärchen einen Schaden von mehreren zehntausend Euro angerichtet haben. Seit Freitag müssen sich der 28-Jährige und seine Lebensgefährtin vor dem Landgericht verantworten.

Schon vor fünf Jahren hat der Mann offenbar damit begonnen, Unfälle zu verursachen, bei denen andere für den Schaden haften mussten. So im Dezember 2008: An einer Kreuzung an der Weseler Straße in Marxloh "krachte" es, als eine Autofahrerin vor ihm vom linken auf den rechten Fahrstreifen wechselte. Der 28-Jährige soll das provoziert haben, indem er bewusst langsam fuhr.

Zwei Wochen später habe er den Wagen eines anderen Autofahrers gerammt. Wahrheitswidrig habe er dann behauptet, der andere habe die Fahrspur gewechselt. Später soll er mit mehreren Bekannten unterwegs gewesen sein, die zu seinen Gunsten aussagten, wenn die Polizei einen der fingierten Unfälle aufnahm.

Mit dieser Masche haben der Angeklagte und seine Lebensgefährtin laut Anklage nicht nur Geld für die Reparaturen von den gegnerischen Versicherungen ergaunert. Sondern auch Zahlungen für Sachverständige, Mietwagen und Rechtsanwälte seien auf ihren Konten gelandet. Ordnungsgemäß reparieren ließ der 26-Jährige seine Autos allerdings nur selten. Meist seien die alten Schäden nach einem neuen Unfall doppelt abgerechnet worden. Aufgeflogen war der Schwindel, weil einige Versicherungen stutzig geworden waren, die Zahlung verweigerten und Anzeige erstatteten.
Die Freundin des Mannes gab an, sie habe zwei Fahrzeuge auf ihren Namen geleast. Dass ihr Lebensgefährte damit bewusst Unfälle "baute", davon will sie nichts bemerkt haben. Es sei Ihr auch nicht seltsam vorgekommen, dass er etwa zehn Unfälle in einem Jahr hatte. Sie habe lediglich in gutem Glauben die Unterlagen bei ihrer Versicherung eingereicht.

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Doch die Anklage sieht das ganz anders und wirft ihr vor, dass sie aktiv bei diesen Betrügereien mitgemacht hat. Die Frau ließ gestern durch ihre Verteidigung ankündigen, "keine Angaben zur Sache" zu machen. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden gut ein Dutzend Taten vor. Der Hauptangeklagte habe nicht nur betrogen, sondern er habe durch gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr die Gesundheit anderer gefährdet. Neun weitere mutmaßliche Täter müssen sich ebenfalls noch verantworten. Da die Vorwürfe gegen sie nicht so schwer wiegen, wurden die Verfahren abgetrennt und finden vor dem Amtsgericht in Hamborn statt.

Der Richter machte den 28-Jährigen gestern darauf aufmerksam, dass er durch ein glaubhaftes Geständnis möglicherweise eine langjährige Haftstrafe abwenden könne. Dieses Angebot wollte der 28-Jährige allerdings nicht annehmen. Der Prozess wird fortgesetzt.