Duisburg: Mit Elmo nach Wladiwostok

Duisburg : Mit Elmo nach Wladiwostok

Die Rheinhauser Sonja Beheng und Dirk Erker haben einen Unimog zum Fernreisemobil umgebaut. Erstes Ziel ihrer zweijährigen Tour ist die Mongolei.

Sprit für 2000 Kilometer in zwei Tanks und weiteren Kanistern, 200 Liter Trinkwasser, Strom für drei Tage in Akkus, dazu eine Solaranlage auf dem Fahrzeugdach - "Elmo" ist bereit für die große Reise, und bereit sind auch Sonja Beheng und Dirk Erker, die mit dem Kosenamen-Unimog erst einmal nach Osten wollen, ganz nach Osten. Und dann vielleicht noch weiter von Wladiwostok. Australien? Südamerika? Nordamerika? Zwei Jahre wollen sie maximal auf Tour gehen, nachdem ein Jahr lang das Fahrzeug vorbereitet wurde.

Übersichtliche sieben Quadratmeter groß ist für die nächsten beiden Jahre das Schlaf-, Wohn- und Esszimmer des Weltenbummler-Paares. Foto: Lars Fröhlich

Baujahr 1992 ist der geländetaugliche Unimog, der Aufbau mit sieben Quadratmeter Wohnfläche einschließlich Dusche und WC ist fünf Jahre jünger. "Wir brauchten alte Technik", erläutert Erker die Entscheidung fürs etwas ältere Gefährt, bei dem er bei Schäden selbst Hand anlegen kann.

Foto: Lars Fröhlich

Kfz- und Zweiradmeister ist der 51-Jährige, der eine Werkstatt in Rheinhausen betrieb, kann vieles selber machen am geländegängigen Wagen mit 164 PS, mit dem sich auch Gewässer bis zu 85 Zentimeter Tiefe durchfahren lassen, ohne dass die Füße in der Fahrerkabine nass werden. Stauraum hat er im Inneren geschaffen, außen einen stabilen Dachgepäckträger und eine Leiter angebaut, alles in Handarbeit und zugeschnitten auf die Herausforderung, die Beheng und Erker in der Ferne erwartet. Blauäugig treten sie die Reise keineswegs an. Erker ist passionierter Weltenbummler, hat rund 70 Länder der Erde bereist, hat unter anderem im zarten Alter von 26 Jahren auf dem Motorrad fast ganz Afrika erkundet, später große Teile Asiens. Ein Teil Asiens steht jetzt wieder auf dem Tourenplan. "Grob Richtung Mongolei" werde es zunächst gehen, sagt Sonja Beheng. Der erste Grenzübertritt wird nach Polen führen, später sind die vielen südlichen Staaten der früheren Sowjetunion eingeplant, viermal muss die russische Grenze gequert werden. Und es muss jetzt flott gehen mit der Abreise, denn dem sibirischen Winter mit seinem arktischen Klima möchten sich die beiden Weltenbummler lieber nicht aussetzen. "Ab Anfang Oktober geht's da in die Minusgrade", weiß Sonja Beheng. Was sie ausgerechnet in die Mongolei lockt? "Wir sind beide Jäger", sagt Erker, der zudem Falkner ist. Und in der Mongolei könne sich vielleicht die einmalige Gelegenheit bieten, einmal mit einem Adler zu jagen. Auf dem Tisch im äußerst kompakten Wohn-, Ess-, Schlafraum des Unimogs stapeln sich Reiseführer und Landkarten von Ländern, deren Namen überwiegend mit -stan enden. "Karten, Kompass - das fällt nie aus", sagt Erker. Aber ein Navigationsgerät ist natürlich auch an Bord.

Wie die Reise läuft und wohin sie letztlich führt, ob zwischendurch zu Fuß und mit Rucksack durch Japan oder mit Stippvisite in Südafrika - das kann jeder Interessierte mitverfolgen. Alle Infos zu Elmos Odyssee gibt's auf Facebook.

(RP)
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