Duisburg: Mit elf Millionen in Mercators Duisburg

Duisburg : Mit elf Millionen in Mercators Duisburg

Die Bürgerstiftung stellte gestern die Pläne für den Wiederaufbau des Mercatorhauses vor. Sie spiegeln wieder, in welcher Umgebung der berühmteste Bürger in unserer Stadt vielleicht gewohnt hat.

Die Bürgerstiftung stellte gestern im Kultur- und Stadthistorischen Museum eine Machbarkeitsstudie zum Wiederaufbau des historischen Mercatorhauses vor. Auf knapp 40 Seiten wird darin die Idee und das mögliche Nutzungskonzept samt Kosten beschrieben und mit diversen Abbildungen illustriert. Fachlich betreut wurde die Studie von zwei Duisburger Architektur- und Planungsbüros, darunter die Agentur Findt - Architekten und Ingenieure.

Grundlagen für die Entwicklung des Nachbaus sei der Stadtplan von Johannes Corputius aus dem Jahre 1566, alle dazugehörigen wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie die neuen archäologischen Befunde, betont Findt-Architekt Christof Nellehsen. "Ursprünglich wollte man nur den historischen Mercatorbau realisieren. Doch im Zuge weiterer städtebaulicher und architektonischer Planungsüberlegungen entstand ein sogenanntes 'Modell der Quadranten'." Es bestehe aus vier Teilen und beinhalte das "historische Mercatorhaus", das "Hofgebäude", den "Neubau" und das "Ott-Vogel-Haus".

Ausgehend von der Oberstraße, stellen die beiden erstgenannten Gebäudekomplexe die Vorderfront, während die Quadranten drei und vier die Rückfront zum späteren "Mercator-Quartier" bilden würden. Das Mercatorhaus selbst besteht wiederum aus einem Vorderhaus und einem Werkstattgebäude.

Foto: Christoph Reichwein

Klaus Becker, Projektleiter im Vorstand der Bürgerstiftung, berichtet, dass bis heute 3 500 Arbeitsstunden für Recherchen, Diskussionen, Workshops und Nutzungsüberlegungen aufgebracht wurden. Vor allem über die Nutzungsvorschläge sei "heiß und hitzig diskutiert worden", berichtete Becker. Durchsetzen konnte sich schließlich das Konzept eines "Europäischen Zentrums für Bildung", im dem es Ausstellungen und Veranstaltungen aller Art geben, vor allem aber das Leben und die Arbeit Gerhard Mercators abbilden solle. Auf der Grundlage aller vier Quadranten ergäbe sich nach der Studie eine Nutzungsfläche von insgesamt 2326 Quadratmetern, davon 462 für das "historische Mercatorhaus". Das Ergebnis einer ersten Grobkostenschätzung für die Realisierung des gesamten "Quadrantenmodells" verursache Kosten in Höhe von mehr als elf Millionen Euro. Der Nachbau vom historischen Mercatorhaus und vom Hofgebäude zusammen liege bei etwa 3,6 Millionen Euro.

Foto: Christoph Reichwein (crei)

Öffentliche Mittel sind nicht zu erwarten. Gesucht werden daher Spender und Sponsoren. Das "historische Mercatorhaus" ist zudem Teil des noch zu vermarktenden "Mercator-Quartiers" und könnte damit für Investoren interessant sein.

(reife)
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