Duisburg: Mit eigenen Händen aufgebaut

Duisburg: Mit eigenen Händen aufgebaut

Die Katholische Kirche St. Klara wurde vor 100 Jahren fertiggestellt. Nachdem sie im Zweiten Weltkrieg durch zwei Bomben nahezu zerstört worden war, bauten sie die Kaldenhausener Katholiken selbst wieder auf.

Rumeln-Kaldenhausen Stein für Stein haben die Katholiken in Kaldenhausen die St.-Klara-Kirche aufgebaut. Und das nicht nur einmal in der 100-jährigen Geschichte von St. Klara, weiß Günter van Neuß, der mit der Chronik der Pfarrei bestens vertraut ist.

Denn das Gotteshaus an der Düsseldorfer Straße 129, das nach einjähriger Bauzeit im August 1912 durch den Kirchenbauverein der Gemeinde fertiggestellt werden konnte, wurde im Zweiten Weltkrieg durch zwei Bomben schwer beschädigt. "Danach haben die Leute mit großem Einsatz die Kirche in Eigenarbeit wieder aufgebaut", berichtet van Neuß. "Die Leute haben aber nicht nur Steine geschleppt, sie haben viele Materialien auch selbst bezahlt. Teilweise dienten Schweinehälften als Zahlungsmittel", ergänzt Ulrich Ripper, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes St. Klara.

Gemeinsam anpacken

An diesem Einsatz scheinen sich die nachfolgenden Generationen ein Beispiel genommen zu haben. Denn worauf die Kaldenhausener Katholiken besonders stolz sind, das ist ihr gemeinsamer Einsatz für das Wohl der Pfarrei. "Wenn hier etwas dringend benötigt wird, renoviert oder neugemacht werden muss, kommen die Materialien und Gelder immer irgendwie zusammen", sagt Pfarrer Herrmann J. Schnieders (SVD). So gab es bereits in den 70er Jahren Altpapiersammlungen, deren Einnahmen für den Bau des Jugendheims verwendet wurden.

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"Was dann noch an Material und Arbeitskraft fehlte, haben wir selbst geleistet", erinnert sich Ripper. Viele Handwerker aus der Gemeinde hätten das Material gestellt und die Bauern hätten ihnen ihre Traktoren ausgeliehen. "Wir waren damals noch Lehrlinge und haben nach der Arbeit das Jugendheim selbst gebaut", sagt Ripper.

Orgel zum Jubiläum renoviert

Gelder vom Bistum Münster habe es schon damals nur wenige gegeben. "Das Bistum fand, dass das geplante Jugendheim für unsere Pfarrei zu groß sei. Wir waren damals aber über 100 aktive Jugendliche", betont Ripper. Auch heute werden die Räume noch von den Messdienern und der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) genutzt. Und auch heute noch setzen sich die Gemeindemitglieder gemeinsam für ihre Kirche ein. "Gerade erst ist unsere Orgel renoviert worden. Die 18 000 Euro dafür sind mal wieder auf wundersame Weise aus der Gemeinde selbst gekommen", sagt Pfarrer Schnieders stolz. Aus diesem Grund werde man während der 100-Jahr-Feier vom 15. bis 23. September vor allem die Gemeinschaft feiern.

(RP/ac)
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