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Duisburg: Ministerium bestätigt: Grundwasser ist verunreinigt

Duisburg : Ministerium bestätigt: Grundwasser ist verunreinigt

Das NRW-Umweltministerium hat die Kleine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Petra Vogt (Duisburg) und Marie-Luise Fasse (Kreis Wesel) zur Halde Lohmannsheide und zur geplanten Aufschüttung einer Deponie beantwortet.

Vogt und Fasse wollten unter anderem wissen, ob die Landesregierung die Errichtung einer Deponie mit leicht belasteten Materialien der Klasse I unter Betrachtung der landesweiten Deponieplanung überhaupt noch für erforderlich hält. Hierzu verweist das Ministerium in seiner Antwort, die unserer Redaktion vorliegt, auf einen Erlass vom Mai. Darin werden die zuständigen Behörden darum gebeten, "Entscheidungen über die Zulassung bzw. Planfeststellung von DK I-Deponien, die an neuen, bislang nicht für die Ablagerung von Abfällen genutzten Standorten errichtet werden sollen, zunächst zurückzustellen".

Zudem schreibt das Ministerium, dass es im Juni einen Auftrag zur Durchführung einer landesweiten Bedarfsanalyse für Deponien der Klasse I vergeben habe. Mit Ergebnissen sei Anfang 2013 zu rechnen. Auf ihrer Grundlage könnten die zuständigen Behörden dann über entsprechende Anträge für neue Deponien entscheiden.

Auch wollten die Landtagsabgeordneten wissen, ob die Landesregierung Kenntnis davon hat, dass neben Bergematerial auch andere Stoffe auf der Halde abgelagert wurden — und, falls ja, welche das sind und ob sie gefährlich für Trink- und Grundwasser sind. Dazu schreibt das Umweltministerium, dass von 1953 bis 1976 Hochofenschlacke, Bodenaushub, Bauschutt, Schamottenbruch, Schienenschotter und Waschberge zur Verfüllung der Kiesgrube, die sich damals dort befand, eingesetzt wurden. Von 1978 bis 1982 wurden Erd- und Bodenaushub, Mauer- und Betonreste sowie unschädliche Abfallstoffe der Eisen- und Stahlindustrie zur vollständigen Verfüllung der Grube eingesetzt.

Das Ministerium bestätigte zudem, dass aktuelle Grundwasseruntersuchungen Hinweise auf erhöhte PAK-Gehalte im Grundwasser unterhalb der Ablagerungen ergeben hätten. Hinter der Abkürzung verbergen sich die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe; zahlreiche PAK sind nachweislich krebserregend.

Klaus Radny, CDU-Fraktionschef in der Bezirksvertretung Homberg/Ruhrort/Baerl: "Jetzt haben wir die Bestätigung: Es ist noch nicht sicher, dass überhaupt Bedarf besteht für eine weitere DK-I-Deponie. Und falls doch, dann kann man die auf der Halde Lohmannsheide nicht so ohne Weiteres aufschütten. Nicht, wenn die Halde unten nicht dicht ist und permanent Schadstoffe ins Grundwasser gelangen."

(RP)