Duisburg Michael Vogt liebt die Schönwettermalerei

Duisburg · Das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt zeigt ab Sonntag Bilder des Malers Michael Vogt zum Thema "Am Fluss und im Hafen". Zu sehen sind Motive von Rhein und Ruhr und vom Ruhrorter Hafen.

 Michael Vogt vor seinen Werken. Der Maler wird bei der Vernissage am Sonntag um 11 Uhr anwesend sein.

Michael Vogt vor seinen Werken. Der Maler wird bei der Vernissage am Sonntag um 11 Uhr anwesend sein.

Foto: Andreas Probst

Neben der viel beachteten Dauerausstellung im wohl bedeutendsten Museum für Binnenschifffahrt in Deutschland, macht das Binnenschifffahrtsmuseum in Ruhrort durch verschiedene Veranstaltungsformate immer wieder auf sich aufmerksam. Dazu gehören regelmäßige Kindertheateraufführungen, einzigartige Filmnächte und besondere kulinarische Lese- und Musikabende. Jetzt sucht das Museum erneut die Öffentlichkeit mit einer großen Sonderausstellung und Bildern des Malers Michael Vogt zum Thema "Am Fluss und im Hafen". Die Vernissage im Beisein des Künstlers ist am Sonntag, 28. April, um 11 Uhr.

70 Bilder insgesamt, fünf davon im Foyer, erwarten die Besucher in der Galerie des Museums. Das Plakatmotiv der Ausstellung ist zugleich Wiedererkennung für das Museum und zeigt die "Oscar Huber", das Museumsschiff am Ruhrorter Leinpfad. Die Besucher erwartet eine "zauberhafte Ausstellung", schwärmt im Vorfeld Museumsleiter Dr. Bernhard Weber und ergänzt scherzhaft: "Am liebsten hätte ich die Bilder so anbringen lassen wollen, dass man sie von den Wänden nicht mehr losbekommt." Denn wenn er mit den Motiven der Bilder im Kopf nunmehr an Rhein und Ruhr spazieren gehen würde, sähe er die Landschaft inzwischen mit den Augen des Malers.

Den Grundstock zu dieser Werkschau lieferten Vogts Bilder, die er für das Kulturfestival der Duisburger Akzente im Kulturhauptstadtjahr zusammenstellte und in der Galerie "Kugel" seinerzeit zeigte. In den drei Folgejahren entstanden weitere Exponate, darunter großflächige wie kleinformatige Bilder mit Öl auf Leinwand, Arbeiten mit Sepiatusche beziehungsweise Farbpigmente mit Acryl, die die große Gesamtschau jetzt ausmachen.

Michael Vogt wurde 1957 in Willich am Niederrhein geboren. Von 1977 bis 1986 studierte er an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. Zu seinen Professoren zählten so bedeutsame Lehrer wie Peter Kleemann und Gerhard Richter. 1982 wurde er Meisterschüler bei Professor Erwin Heerich. Nach Ende seines Studiums kehrte Vogt für knapp 20 Jahre Deutschland den Rücken und ging zunächst nach Italien und dann nach Brasilien. In Italien machte er sich mit der Pigmentmalerei vertraut, mit deren Technik viele seiner Ruhrorter Exponate entstanden sind.

Vogt malt seine kleinformatigen Bilder unter freiem Himmel und setzt sich somit den oftmals widrigen Bedingungen der Natur aus. "Ich liebe die Schönwettermalerei", sagt er, denn das Wetter habe durchaus Einfluss auf die Produktion seiner Kunst. Diese Werke werden mit einer vor Ort angemischten Acrylfarbe hergestellt, was ein zügiges Malen verlangt, um die eingefangenen Eindrucke und Motive schnell im Bild festzuhalten. Der Reiz des Augenblicks ohne menschliche Zutat ist es, was er in seiner Kunst verarbeitet. Er sei ein "leidenschaftlicher, begeisterter Landschafter", sagt er, doch reduziert auf einen "Landschaftsmaler oder gar Idyllenmaler" sehe er sich nicht. Vielmehr integriert Vogt in seine Bilder Schiffe, Kräne, Hafenanlagen und Brücken, die neben der niederrheinischen Landschaft nämlich das Spezifische dieser Industrieregion ausmachen.

In der Ausstellung hängen aber auch acht sogenannte Sepiabilder, die er nach Vorlage historischer Fotografien aus dem Duisburger Stadtarchiv zu Papier gebracht hat. Dennoch: "Ein Arbeiten ohne Farbe", sagt er, "weckt in mir sofort den Hunger auf Farbe. Deshalb verwende ich in meinen Bildern häufig und allzu gerne sehr kräftige Farbtöne." Ebenfalls nach Vorlage entstand ein Bild, das die Krefelder Brandkatastrophe vom September vergangenen Jahres dokumentiert, bei der eine große Schadstoffwolke über den Rhein zog. Diese Vorlage war ein Foto von Andreas Probst in der damaligen Rheinischen Post.

(RP)