Duisburg: Metalldiebe plündern Gärten

Duisburg : Metalldiebe plündern Gärten

Regenrinnen, Wasserhähne, Leitungen und Rohre: In der Kleingartenanlage Neuland an der Aakerfährstraße sind zahlreiche Gegenstände aus Metall verschwunden. Die Polizei rät Betroffenen, jeden Diebstahl anzuzeigen.

Der Kleingarten ist für Ute Grun eine grüne Oase inmitten der Stadt. Hier findet die 69-jährige Seniorin Ruhe und Erholung, kümmert sich leidenschaftlich um Blumen- und Gemüsebeete. Im Frühjahr und im Sommer kommt dort die Familie zusammen. "Ich habe drei Kinder und elf Enkel, der Garten ist unser Treffpunkt", sagt Grun. "Wir verbringen hier schöne Stunden."

Doch jetzt traf die Seniorin der Schlag: Dreiste Metalldiebe sind in die Kleingartenanlage Neuland an der Aakerfährstraße eingedrungen, und haben alles mitgehen lassen, was sich versilbern lässt: Wasserhähne und -leitungen, Abdeckbleche, Regenrinnen und Fallrohre. Insbesondere auf Kupfer, Messing und alles aus Edelstahl hätten es die Räuber abgesehen.

Die Polizei hat immer öfter mit Metalldieben zu kämpfen. Grund dafür sind die hohen Rohstoffpreise an den Börsen. Eine Tonne Kupfer etwa wurde gestern für mehr als 8300 US-Dollar gehandelt. Beinahe täglich gibt es in NRW Meldungen von regelrechten Raubzügen auf Friedhöfen, dort verschwinden zum Beispiel kupferne Grablichter oder Messingkreuze. Banden schlagen auch auf Baustellen oder an Bahngleisen zu.

Bei der Jahreshauptversammlung des Kleingartenvereins Neuland wurde bekannt, dass nicht nur die Parzelle der Gruns betroffen ist. In mindestens 50 weiteren Gärten haben sich die Täter zu schaffen gemacht, schätzt der 1. Vorsitzende Hans Hoffmann. Der Schaden liege im vierstelligen Bereich. "Momentan ist noch keine Gartenzeit, viele werden bestimmt erst noch feststellen, dass ihnen was fehlt", sagt Hoffmann. Er hat den Mitgliedern geraten, Wasserhähne erstmal abzumontieren und Gegenstände aus Metall nicht offen stehen zu lassen. Hoffmann: "Man ist etwas machtlos . Wir können hier ja keine Wache aufstellen."

Bei der Duisburger Polizei wurde nach Angaben des Vorsitzenden nur der Diebstahl einer Regenrinne und eines Fallrohres angezeigt. Die Ermittler raten grundsätzlich allen Geschädigten, Anzeige zu erstatten. "Nur so können wir die Straftaten verfolgen", erklärt Polizeisprecher Stefan Hausch.

Ute Grun hat inzwischen zwei neue Wasserhähne gekauft. Immerhin 20 Euro haben zwei Stück gekostet. Sie kann nicht verstehen, warum ausgerechnet die Kleingärtner immer wieder von Dieben terrorisiert werden. Vor kurzem wurde ihr Grünkohl ("zwei Prachtexemplare") direkt aus dem Beet gestohlen. In den vergangenen Jahren drangen Einbrecher in die Laube ein und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Grun: "Wir geben uns viel Mühe und machen alles schön. Es ist traurig, dass uns das zerstört wird."

(RP)
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