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Duisburger Oberbürgermeister: Merkel und Gauck sollen bei Suche helfen

Duisburger Oberbürgermeister : Merkel und Gauck sollen bei Suche helfen

In die Suche nach einem geeigneten OB-Kandidaten für Duisburg soll jetzt die Bundespolitik eingreifen. Das zumindest wünschen Dr. Michael Willhardt und seine Mitstreiter.

Der Vorstand des Vereins "Zukunftsstadtteil" (Hochfeld) hat an den Bundespräsidenten, die Bundeskanzlerin und die Bundesvorsitzenden der großen Parteien geschrieben. Ihn treibt die Sorge um, dass nach der Abwahl von Adolf Sauerland Duisburg die Puste ausgeht. Denn es könne doch nicht angehen, dass ein netter 35-jähriger Parteisoldat (Sören Link) ohne einen Aufschrei der Empörung aufs OB-Schild gehoben wird, nur weil sich die SPD sicher sei, dass es keine ernsthafte Opposition geben werde.

In dem Brief an die Berliner Polit-Prominenz heißt es: "Wir brauchen Ihre Unterstützung, um den Entwicklungen in dieser Stadt eine positive Wende zu geben. Wir brauchen einen Oberbürgermeisterkandidaten, respektiv eine Kandidatin von Format und mit Erfahrung. Wir brauchen viel Glück und Wind von außen, damit diese Stadt nicht weiterhin in ihrer Agonie und Hilflosigkeit verbleibt."

Die Bürger hätten mit der Abwahl Sauerlands ein kleines, demokratisches Wunder vollbracht. Nun aber drohe "im politischen Regelvollzug die nächste Katastrophe". Innenminister Jäger, Duisburgs SPD-Parteichef, habe durchblicken lassen, dass sich niemand von Format für den OB-Posten in dieser Stadt interessiere. Deshalb habe die SPD einen unbedarften Landtagsabgeordneten aufgestellt, der weder über Erfahrung, noch über Standhaftigkeit und Zielsicherheit verfüge, um das gebeutelte Duisburg zu leiten.

Willhardt und die Mitunterzeichner des Briefs halten es für angemessen, die OB-Stelle auszuschreiben, wohl wissend, wie schwer es sei, "den Zug des Apparates noch aufzuhalten". Ganz im Sinne der Vereidigungsrede des Bundespräsidenten: "Wem Teilhabe möglich ist und wer ohne Not auf sie verzichtet, der vergibt eine der schönsten und größten Möglichkeiten des menschlichen Daseins: Verantwortung zu leben".

Bekanntlich haben die Grünen Ingrid Fitzek und die Linken Barbara Laakmann als OB-Kandidatinnen aufgestellt. Bei der CDU gibt es noch keine Entscheidung. Angeblich ist man nicht abgeneigt, die Bewerbung des parteilosen Michael Rubinstein, Vorsteher der jüdischen Gemeinde, zu unterstützen.

(RP/jco)