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Duisburg: Mercatorinsel: Hesedings Sorge um Kultur in Ruhrort

Duisburg : Mercatorinsel: Hesedings Sorge um Kultur in Ruhrort

Der Moderator des Kreativquartiers Ruhrort fürchtet, dass eine Umsetzung der Pläne zur Gewerbeansiedlung der Mercatorinsel die Attraktivität von Ruhrort erheblich beeinträchtigen könnte. In einem offenen Brief an den Kulturdezernenten und die Museumsdirektoren dieser Stadt bittet er darum, "die Positionen der Kultur in Duisburg bei der Gestaltung der Bebauung nach Möglichkeit zu berücksichtigen".

Heseding hat den Eindruck, dass bei der Diskussion um die Neugestaltung der Mercatorinsel kulturelle Aspekte kaum Beachtung gefunden hätten. In dem offenen Brief heißt es: "Ein besonderes Merkmal der Ruhrorter Entwicklung der letzten Jahre ist das von der Stadtverwaltung, Wirtschaftsförderung und Wirtschaftsinteressen beschriebene Ziel, die touristische Attraktivität Duisburgs zu steigern, sowie die Aufenthaltsqualität im Kreativquartier Ruhrort (...) durch die Anziehung von kreativem Gewerbe, einladender Gastronomie und pfiffigen Freizeitideen zu erhöhen." Die Vielfalt an kulturellen Impulsen und Veranstaltungen durch die Akteure des Kreativquartiers und durch bereits angelockte Unterstützer, wie das Deutschlandradio Kultur, die Ruhrtriennale, Urbane Künste Ruhr, das Literaturbüro Ruhr etc., bilde hierfür bereits eine solide Grundlage. Den Strukturwandel hätten einige Künstler mit ihren Werken bereits zum Thema gemacht. Als Beispiele nennt Heseding die "Ruhrakropolis" von Heide Weidele, "Filter" von Peter Kölnitz oder auch "Rheinorange" von Lutz Fritsch. Dieses populäre Werk würde vom Leinpfad aus nicht mehr wahrgenommen, wenn die Mercatorinsel wie geplant bebaut würde.

Wenn die Mercatorinsel wie geplant neu gestaltet würde, dann veränderte das die Silhouette des Hafenstadtteils erheblich. Von Homberg aus wäre der Blick auf die im Hafenkanal ausgestellten historischen Schiffe der Sammlung des Museums der Deutschen Binnenschifffahrt vermutlich praktisch nicht mehr vorhanden. Die Kulisse wäre dann unattraktiv. Natürlich sehe er, so Heseding, auch die Arbeitsmarktsituation in Duisburg. Er möchte mit seinem Schreiben auf die Qualität der jetzigen Mercatorinsel hinweisen und zur Sensibilität bei Umgestaltungen auffordern. Die Mercatorinsel sei nur deshalb zu einem Idyll geworden, weil die Nutzungen in den letzten Jahrzehnten dem strukturellen Wandel der Region angepasst worden seien.

(pk)