Duisburg: Mercator One wird deutlich teurer

Duisburg: Mercator One wird deutlich teurer

Der Bau des Büro- und Geschäftskomplexes am Hauptbahnhof wird bis zu fünf Millionen Euro mehr kosten als geplant. Investor Torsten Toeller will trotzdem bauen. Bei der Vermarktung der Geschäftsflächen geht es gut voran.

Investor Torsten Toeller muss für das neue City-Entrée deutlich tiefer in die Tasche greifen, als bislang angenommen. Wie der Unternehmer gestern am Rande eines Ortstermins mitteilte, wird der Bau des Büro- und Gewerbekomplexes "Mercator One" am Hauptbahnhof am Ende etwas weniger als 35 Millionen Euro kosten. Das wären rund fünf Millionen Euro mehr, als es die bisherigen Planungen vorsahen.

Imposant: Das geplante Gebäude vor dem
Imposant: Das geplante Gebäude vor dem Hauptbahnhof in einer Animation. Foto: Stadt Duisburg

"In den Gesprächen mit potenziellen Bauträgern hat sich gezeigt, dass wir mit unserem geplanten Investitionsvolumen nicht auskommen werden", sagte Toeller. "Nun haben wir bei diesem Bauvorhaben ohnehin nicht vorrangig die Rendite im Blick gehabt. Wir werden also trotzdem bauen." Außerdem sei er derzeit noch in Gesprächen. "Ich rechne damit, dass wir am Ende vielleicht doch noch mit einem Preisaufschlag von fünf bis zehn Prozent auskommen könnten."

Hinsichtlich der Vermarktung der rund 10.000 Quadratmeter an Büro- und Geschäftsflächen hatte der Investor gestern dagegen erfreuliche Neuigkeiten zu vermelden. Was das Erdgeschoss angehe, sei man schon relativ weit, sagte Toeller. "Ich rechne damit, dass wir in den kommenden Wochen die ersten Mietverträge mit großen Ankermietern unterzeichnen werden." Wer genau in das neue Vorzeigegebäude am Hauptbahnhof einziehen wird, verriet Toeller allerdings noch nicht. "Das kann ich erst machen, wenn die Verträge unterschrieben sind", sagte er. "Was ich sagen kann, ist, dass wir bei den beiden größten Flächen mit größeren Gastronomiebetrieben in Verhandlungen stehen." Außerdem habe auch eine in Duisburg ansässige Bäckerei Interesse angemeldet, im Erdgeschoss ein Café eröffnen zu wollen.

  • Duisburg : Neues City-Entrée soll 2019 fertig sein

Überhaupt sei er mit den Verhandlungen über die Geschäftsflächen im Erdgeschoss sehr zufrieden. "Es gab viele Gespräche", sagte Toeller. Neben Gastronomiebetrieben unter anderem mit Bankhäusern und Nahversorgern. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir auch die übrigen Flächen bald vermietet haben werden."

Auch was die Büroräume in den oberen Etagen angeht, liegen den Investor bereits erste Anfragen vor. "Tatsächlich steigen wir aber erst jetzt so richtig in die Vermarktung ein", sagte Toeller. Sorgen, die Flächen nicht vermietet zu bekommen, habe er nicht. "Wir haben in Duisburg einen Büroleerstand von 2,6 Prozent. Und dabei handelt es sich überwiegend um Immobilien mit nicht mehr zeitgemäßer Ausstattung", erläuterte der Unternehmer. Das Risiko für uns ist also überschaubar." Der erste Spatenstich des Großprojektes ist in der vergangenen Woche erfolgt (die RP berichtete), der Rohbau soll im Frühjahr kommenden Jahres stehen. Die Eröffnung ist für Anfang 2020 geplant. "Voraussetzung ist allerdings, dass wir bei den Tiefarbeiten keine unangenehmen Überraschungen erleben", sagte Toeller. "Sollten wir zum Beispiel auf für den Denkmalschutz relevante Baureste stoßen, könnte uns das zeitlich deutlich zurückwerfen."

Oberbürgermeister Sören Link bezeichnete das Engagement des Investors gestern als vorbildlich. "Torsten Toeller hat mit seinem Invest ein starkes Zeichen für unsere Stadt gesetzt", sagte er. Dass er sich entschieden habe, Mercator One ohne Vorvermietung zu realisieren, sei bemerkenswert. "Das Entrée zur Innenstadt wird durch den Bau eine ganz besondere Wirkung entfalten", sagte Link. "Dieser erste Eindruck von Duisburg wird auch für die Wahrnehmung der Stadt als Ganzes von großer Bedeutung sein."

(th)