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Duisburg: Mercator im Klassenzimmer

Duisburg : Mercator im Klassenzimmer

Das ehemalige Berufskolleg am Burgplatz wird während der Akzente zum Mercator-Quartier. Dort zeigen in den nächsten Tagen insgesamt sechs freie Theaterproduktionen Stücke zum Thema "Suchen und Finden".

Unter dem Titel "500 Jahre Gerhard Mercator / Vom Suchen und Finden" präsentieren sich vom 2. bis zum 18. März die 34. Duisburger Akzente. Dabei wird das ehemalige Kaufmännische Berufskolleg am Burgplatz zur Zentrale, zum "MercatorQuartier", von Kunst und Partys. Vor 500 Jahren stand dort, im Schatten der Salvatorkirche, das Wohnhaus von Gerhard Mercator, jetzt werden die labyrinthartigen Gänge der ehemaligen Schule zur Mercator-Projektion.

 Probenszene mit Sabine Osthoff und Roland Silbernagl für die Produktion "Die Entdeckung der Langsamkeit" (nach Sten Nadolny).
Probenszene mit Sabine Osthoff und Roland Silbernagl für die Produktion "Die Entdeckung der Langsamkeit" (nach Sten Nadolny). Foto: Probst, Andreas

Das oberste Stockwerk des Berufskolleg gehört der Produktion

Bei sechs dieser kreativen Beschäftigungen mit dem Kartographen und Globenbauer handelt es sich um Theaterproduktionen, die während der Akzente ihre Uraufführung feiern. Das oberste Stockwerk des Berufskollegs gehört der Produktion "Das Leben in der Tasche", einem MusikTanzTheaterStück von Anja Schöne und Thorsten Töpp. Die Zuschauer werden, von den sogenannten Bewohnern, in unterschiedlichen Räumen begrüßt und in das Stück einbezogen.

Dabei bleibt dem Zuschauer die Wahl, welche Räume er besuchen möchte. "So kann jeder ein Stück weit selbst entscheiden, was er erleben will", sagt Anja Schöne. Schnüre verbinden die einzelnen Räume, wie die Frage, was Menschen dazu veranlasst, ihre Tasche zu packen und sich in Duisburg niederzulassen, die Geschichten der Bewohner. Die Theaterproduktion sammelte Geschichten von unterschiedlichsten Menschen, die ihre Heimat verlassen und sich ein neues Leben in Duisburg aufgebaut haben. Ihre Ängste und Träume werden multikulturell aufgearbeitet. Wer möchte, kann sich auch zu einer Runde "Stadt, Land, Migrant" dazu gesellen, dabei sollte der Besucher jedoch keine Angst vor Kranichen haben.

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"Global_Eyes" hat die Herausforderung der langen Flure und der vielen kleinen Räume anders gelöst als die übrigen Produktionen. Die Regisseure Mirjam Schmuck, Fabian Lettow und der Medienkünstler Nils Voges nehmen ihre Besucher mit in ihr "Nachkriegskino". Aufgehängte Wäsche und Laken bilden die Leinwand, die Projektion kommt von einem Overhead-Projektor, Nils Voges beschreibt die Setsituation: "Wir haben eigentlich alles aus den Sachen gebaut, die wir in den Räumen des Berufskollegs gefunden haben". Die Schauspieler, die die Räume bespielen werden, filmen ihre Auftritte selbst, die dann für die Zuschauer auf den Wäschestücken projiziert werden.

Jede der sechs Theaterproduktionen ist anders aufgebaut, gemeinsame Themen sind jedoch Orientierungslosigkeit, Sehnsüchte, Globalisierung und Immigration. Für diese Fragestellungen bietet Mercators Wunsch, die Welt zu vermessen, den Überbau, das Labyrinth Berufskolleg die optimale Bühne.

(RP)