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Reaktionen auf Berlin: Mehr Polizei und überall Sperren

Reaktionen auf Berlin : Mehr Polizei und überall Sperren

Stadt und Polizei reagierten gestern unverzüglich auf das Attentat in Berlin. Auf dem Weihnachtsmarkt sind nun noch mehr Uniformierte unterwegs und die Zufahrten sind versperrt.

Die Konferenz der Innenminister war gestern Vormittag noch nicht beendet, da trat in Duisburg bereits der Krisenstab aus Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt und anderen zusammen, um über lokale Konsequenzen auf den Terroranschlag in Berlin zu beraten. Zu den auffälligsten Maßnahmen gehört seit gestern mehr Polizeipräsenz auf dem Weihnachtsmarkt entlang der Königstraße. Unter anderem an den Zugängen Steinsche Gasse und Düsseldorfer Straße versperren nun Polizeifahrzeuge den Zugang, um zu verhindern, dass dort ein Attentäter mit einem Auto durchfahren kann. Die Stadt ließ an anderen Zufahrten Sperren (Metallboxen mit schweren Kunststoffbehältern) auf bauen, die im Notfall zur Seite geschoben werden können.

Reaktionen auf Berlin: Mehr Polizei und überall Sperren
Foto: Christoph Reichwein

Sowohl die Stadt als auch die Polizei haben ihre Einsätzkräfte auf dem Weihnachtsmarkt verstärkt. Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren eh schon in höherer Zahl dort unterwegs als in den Vorjahren. Seit gestern sind es noch mehr, die Streife gehen. Und auch die Polizei ist dort mit noch mehr Beamten anzutreffen als vor dem Anschlag in Berlin. "So abscheulich dieses Verbrechen ist, wir wissen alle, dass es keine hundertprozentige Sicherheit geben kann", sagte gestern Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels. Sie rät, nicht unnötig ängstlich zu sein, aber die Augen offen zu halten. Dass der Weihnachtsmarkt nicht geschlossen wurde, hält sie für die richtige Entscheidung. Denn unser Handeln dürfe uns doch nicht von Terroristen vorgeschrieben werden.

Reaktionen auf Berlin: Mehr Polizei und überall Sperren
Foto: Christoph Reichwein

Oberbürgermeister Sören Link und Superintendent Armin Schneider hielten gestern Nachmittag am Schiffsmakenbrunnen am Kuhtor eine kurze Ansprache und gedachten der Todesopfer, der Verletzten sowie deren Angehörigen. Anschließend gingen sie gemeinsam über den Weihnachtsmarkt und demonstrierten damit, dass die Bürger keine Angst haben müssen, wenn sie sich zum bummeln oder Glühweinstrinken dort einfinden.

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Foto: Christoph Reichwein

Die Duisburger Rechtsdezernentin Dr. Daniela Lesmeister sagte, dass die Stadt bereits nach dem Anschlag in Nizza im Juli das Sicherheitskonzept für die Stadt sowohl personell als auch organisatorisch überarbeitet habe. Nach Berlin seien die Sicherheitsmaßen nochmals verstärkt worden - sowohl sichtbar als auch verdeckt. Aus sicherheitstaktischen Gründen sollten jedoch nicht alle Maßnahmen veröffentlicht werden.

Oberbürgermeister Sören Link betitelte am Nachmittag den Anschlag in Berlin als "feige" und als einen "menschenverachtenden Angriff auf unsere Freiheiten und die Demokratie". Er rief dazu auf, sich nicht einschüchtern zu lassen: "Wir müssen weiterhin unsere Werte leben und deshalb ist es ein schönes Zeichen, dass viele Menschen den Weihnachtsmarkt besuchen", so Link. Armin Schneider, Superintendant der evangelischen Kirche, stellte fest, dass der Islam ein Gewaltproblem habe. Er appellierte zugleich an alle Duisburger: "Um des Friedens Willen, die Muslime dieser Stadt sollen nicht unter Generalverdacht stehen." Er wolle sich dafür einsetzen, dass verschiedene Kulturen mit gegenseitigem Respekt in Duisburg leben.

(RP)