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Duisburg: Mehr Pepp fürs naturkundliche Museum

Duisburg : Mehr Pepp fürs naturkundliche Museum

Die Naturfreunde Duisburg wollen ihr Museum an der Düsseldorfer Straße attraktiver gestalten. Zunächst steht der Umbau der Bibliothek auf dem Programm. Weitere Modernisierungen sollen folgen.

Das Naturfreunde-Haus liegt ganz idyllisch in einer kleinen, grünen Oase mitten in Wanheimerort. Vielleicht ist es ein Nachteil, dass das Haus etwas abseits direkt hinter dem Waldfriedhof liegt und somit nicht so richtig wahrgenommen wird. "Wir wollen unser Haus bekannter machen", erläutert Karl-Heinz Dietz, der nach dem Tod von Fritz Elsposch im Jahr 2013 den Vorsitz bei den Duisburger Naturfreunden übernommen hat, eines der wichtigsten Anliegen des knapp 40 Mitglieder starken Vereins. Besonders das zum Haus gehörende, reich bestückte naturkundliche Museum hätte in der Tat mehr Beachtung verdient.

Nachdem Ehefrau Ute im Januar das Amt der Kassiererin übernommen hat und Sohn Lars nun als stellvertretender Vorsitzender fungiert, soll dieses Ziel verstärkt verfolgt werden. Erst mal steht der Umbau der Bibliothek mit seinem umfangreichen Bestand an naturkundlichen Büchern auf dem Programm. Mittelfristig ist laut Dietz auch eine bauliche Erweiterung des 1975 übernommenen Hauses ins Auge gefasst. Der Vorsitzende der Naturfreunde, der auch das naturwissenschaftliche Museum "Studio der Heimat" in Wedau leitet, plädiert für eine Zusammenlegung der beiden ähnlich strukturierten Museen "Es ist ein bisschen unglücklich, zwei gleichartige Museumsangebote in so geringem räumlichen Abstand zu haben". Ein etwaiger Anbau, der natürlich entsprechend finanziert werden müsste, könnte dabei die Basis für eine Zusammenlegung der beiden naturkundlichen Ausstellungen sein. Gut genutzt wird der Tagungs- und Seminarraum, der 40 Personen Platz bietet. Dieser Raum wird für naturbezogene Vorträge genutzt, aber auch vom Bürgerverein und anderen Institutionen.

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Viele der Ausstellungsstücke sind den Naturfreunden als Schenkungen überlassen worden. Dazu gehört die umfangreiche Sammlung an Vogel-Präparaten, die der frühere Leiter der Duisburger Volkshochschule, Hans-Walter Schuster, den NaturFreunden überlassen hat. Allein der Besuch der Vogel-Ausstellung ist bereits äußerst interessant. Hier sind die präparierten Tiere nach Regionen geordnet und auf anschauliche Weise ausgestellt. Einen besonderen Platz nehmen dabei die Greifvögel ein. Karl-Heinz Dietz ist als praktizierender Falkner ja auch ein auf diesem Gebiet anerkannter Experte, der mit seinem Beizvogel regelmäßig auf Jagd geht. Aber nicht nur die heimischen Vogelarten sind ausgestellt; man kann sich auch ausgestopfte Dachse, Marder und Feldhasen sowie diverse Tierskelette anschauen.

Bemerkenswert ist auch eine von dem Wanheimerorter Karl Rasch gespendete umfassende Schmetterlingssammlung. Völlig ungefährlich, aber dennoch hochinteressant, ist die Betrachtung eines großen Wespennestes, an dem die Strukturen dieses "Bauwerks" klar zu erkennen sind. Abgerundet wird die Ausstellung durch Funde aus der Römerzeit (bei Asberg) und eine umfangreiche Mineralien-Sammlung. Beeindruckend sind auch die Fossilien, die aus dem Kohleabbau stammen und über 300 Millionen Jahre alt sind sowie Mammut-Knochen und entsprechende Backen-Zähne, die bei den Auskiesungsarbeiten zur Sechs-Seen-Platte gefunden wurden. Ein wahres Kleinod ist eine sich noch im Original-Kasten befindliche Gesteinssammlung aus Russland, die aus der Zeit vor der Oktober-Revolution stammt.

Karl-Heinz Dietz hat derzeit noch ein ganz besonderes Hobby. Er versucht, die vom Aussterben bedrohte "Hispanola-Schleiereule" zu züchten. Drei Eulen-Pärchen – "in ganz Europa gibt es nur sechs Paare" – sollen zum gewünschten Erfolg führen. Karl-Heinz Dietz und das Eulen-Pärchen ist guter Hoffnung: "Ich glaube, ein Eulen-Weibchen hat angefangen zu brüten".

(pol)