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Duisburg: Mehr Gäste, weniger Nächte

Duisburg : Mehr Gäste, weniger Nächte

Die Übernachtungsstatistik 2011 für Duisburg weist mehr positive als kritische Zahlen aus. Dies berichtet die Duisburg Marketing Gesellschaft nach Auswertung der aktuellen Zahlen des Landes.

Das kam dann doch etwas überraschend: Zum zweiten Mal nach dem Kulturhauptstadtjahr 2010 sei es gelungen, mit exakt 402 188 Übernachtungen die Grenze von 400 000 Übernachtungen zu überschreiten, teilte die DMG mit.

Überraschend ist dies deshalb, weil die Hoteliers und der Hotel- und Gaststättenverband nach der Einführung der Bettensteuer in Duisburg bemängelt hatten, dass die Übernachtungszahlen zurückgegangen seien. Wie berichtet läuft zurzeit noch eine Klage des Hoteliers Rolf Schenkel vom Hotel Sittardsberg gegen die Bettensteuer. In erster Instanz war die Klage vom Verwaltungsgericht Duisburg zurückgewiesen worden.

Kein empirischer Nachweis

Zuvor hatte die Branche moniert, von November 2010 bis August habe es eine Einbuße von 19 000 Übernachtungen in Duisburger Hotels gegeben. Der Verlust für die Duisburger Wirtschaft habe rund 3,3 Millionen Euro betragen. Nun zeigt sich, dass der Rückgang wohl doch nicht ganz so gravierend ausgefallen ist wie befürchtet. "Ein empirischer Nachweis zu den Auswirkungen der Übernachtungsabgabe auf die Übernachtungsentwicklung kann leider nicht geführt werden", sagte DMG-Chef Uwe Gerste.

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Hilfreich wäre es jedoch für alle Beteiligten, wenn eine einheitliche Systematik der Erhebung der Übernachtungsabgabe, gerade im Bereich der Metropole Ruhr, vorhanden wäre. "Bisher agiert hier jeder anders. Dortmund beispielsweise erhebt auf das wichtige Segment Geschäftstourismus keine Übernachtungsabgabe, Duisburg schon", so Gerste.

Offensichtlich hat der Dezember für die positive Wende gesorgt. Der Monat erbrachte statistisch eine Steigerung der Gäste um 19,6 Prozent bei einer Steigerung der Übernachtungen um 24,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Der Anstieg der Übernachtungsgäste in Duisburg um 1,5 Prozent gegenüber dem Boom-Jahr 2010 ist äußerst erfreulich für Duisburg und bestätigt die nachhaltige Wirkung des Kulturhauptstadtjahres", sagte Gerste.

Auch die Steigerung der ausländischen Übernachtungsgäste um 5,4 Prozent im Jahr 2011 gegenüber der Vergleichszahl 2010 zeige deutlich das Interesse auch ausländischer Besucher an der Stadt Duisburg. Trotz der Steigerung der Übernachtungsgäste ist die Anzahl der Übernachtungen mit minus 1,6 Prozent rückläufig.

Das liegt daran, dass die Gäste in Duisburg nicht lange geblieben sind. Mit durchschnittlich 1,9 Übernachtungen ist die Verweildauer in Duisburg erkennbar niedriger als im nordrhein-westfälischen Landesdurchschnitt (durchschnittlich 2,1 Tage).

Im Vergleich zum Land NRW sowie zu wichtigen Städten der Region ergibt sich eine schlechtere Entwicklung von Duisburg gegenüber dem Landesschnitt, jedoch ein deutlich besseres Ergebnis im Vergleich der Ruhrgebietsstädte.

"Mit Ausnahme von Oberhausen oder Dortmund, stehen wir gerade im Vergleich zu benachbarten Städten innerhalb der Metropole Ruhr wie Mülheim oder Essen sehr gut da", so Gerste. Eine einheitliche Systematik würde den Kunden innerhalb einer Region weniger verwirren, als die jetzigen, völlig unterschiedlichen Modelle. Eine Regionslösung wäre damit geeignet, denkbare Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der Region auszuschließen."

(RP)