Duisburg: Mehr als übliche Hiobsbotschaften

Duisburg: Mehr als übliche Hiobsbotschaften

Jetzt haben die Fakten und Banken den Vorstand der Gebag eingeholt. Jetzt hilft kein Schönreden mehr. Was am Freitag Gebag-Chef Dietmar Cremer verkündete, waren mehr als die üblichen Hiobsbotschaften über Bauverzögerungen und Kostensteigerungen: Die "Zukunft des Kubus' für die Küppersmühle ist ungewiss", sagte Cremer, der bei schlechten Nachrichten erfahrungsgemäß zu untertreiben pflegt.

Wahrscheinlich wird der riesige Container, der wie schwebend aufs Dach des Altbaus gesetzt werden sollte, niemals das Museum Küppersmühle erweitern. 30 Millionen Euro sind in ein stählernes Wolkenkuckucksheim investiert worden.

Es wäre ein kleines Wunder, wenn das Ehepaar Ströher doch noch jene riesige Finanzlücke schließt, die zwischen Ursprungskalkulation und tatsächlichen Kosten liegt. Wenn die Ströhers Duisburg nun den Rücken kehren, wäre das ein bedrückender Verlust für die Stadt.

Die Kostenexplosion bei der Küppersmühle erinnert an die bei der Elbphilharmonie. Auch dieses zweifelsfrei schöne Leuchtturm-Projekt wurde — wie der Umbau des Duisburger Speichers zum Museum — vom Schweizer Architektenbüro Herzog & de Meuron konzipiert. Als die Pläne 2003 in Hamburg vorgestellt wurden, war von 100 Millionen Euro die Rede. Aktuell ist man bei 351 Millionen Euro.

Heute weiß man, dass die Gebag als Bauherrin die Hände von der Museumserweiterung hätte lassen sollen. Hätte, Wenn und Aber: Jetzt musste die Reißleine gezogen werden.

(RP/rl)
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